Wir müssen jederzeit den Faschismus bekämpfen!

Israels Präsident Reuven Rivlin findet scharfe und sehr klare Worte zur österreichischen Präsidentenwahl 2016

 

Von Samuel Laster und Alexandra Hahlweg                              04.12.2016

 

Während die europäische Rechte trauert, dass "ihr Kandidat" Norbert Hofer die österreichische Bundespräsidentenwahl verloren hat, gibt es in Israel ganz andere Stimmen zum Wahlausgang: So meint beispielsweise Akiva Tor, der Verantwoertliche für Diaspora und jüdische Fragen im israelischen Außenministerium: "Das Wahlergebnis ist gut für die Welt!"

 

 

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Wir konnten auch Israels Präsident Reuven Rivlin am Rande des "Jewish Media Summit" kurz zum Ausgang der österreichischen Wahl befragen und dieser antwortete sehr direkt und unverblümt: "Ich bin froh, dass der Kandidat des aufgeklärten Österreich gewonnen hat. Wir müssen jederzeit gegen Faschismus aufstehen und diesen bekämpfen:  egal in welcher Form und egal wo auch immer er auftritt."

Einige Leute mit denen wir gesprochen haben, zeigten sich bestürzt darüber, dass es 2016 in Österreich möglich ist, dass ein rechtsextremer Kandidat fast die Hälfte der Wählerstimmen bekommen kann.

Die Wahl in den USA zeigte uns, dass Rechtspopulismus kein europäisches, sondern vielmehr ein globales Problem ist. Rechts ist im Trend, Diffamierungen und Verleumdungen gegen politische GegnerInnen en vogue. Inhaltliche politische Fragen treten in den Hintergrund, ebenso wie diverse Parteiprogramme oder konstruktive Zukunftspläne. Die Rechten verstehen es in vielen Ländern ausgezeichnet, die Bevölkerung in zwei "verfeindete" Lager zu spalten, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.

In Österreich stimmte eine knappe Mehrheit gegen Rechts. Es wurde noch nie so stark für und gegen die jeweiligen Kandidaten mobilisiert. Die politische Stimmung im Land ist alles andere als gut. Die nächsten Monate werden zeigen, ob "das aufgeklärte Österreich" den immer stärker werdenden faschistischen Tendenzen Einhalt gebieten kann.