Persisch - israelische Liebe

Jüdische MusikerInnen bringen Irans Kultur in St. Pölten zum Klingen

von Samuel Laster

Am Freitagabend konnte die Sängerin Janet Yehudian mit Ihrer Band in der „Bühne im Hof“ in St. Pölten das Publikum mit ihrer expressiven Performance und einer mit großer Spiellaune begleitenden Band das Publikum begeistern . Ausnahmslos jüdische MusikerInnen spielten  persische Musik  und bezogen sich dabei auf jüdisch-persische Elemente der Musikgeschichte, aber auch auf die jüdische Religion  und den Islam.  

Die Veranstaltung baute eine Brücke zwischen den  politisch so fernen  Staaten Israel und dem Iran, ein spannender Versuch mitten in Niederösterreich . Leider kamen nur wenige aus der iranischen Gemeinde St. Pöltens, es schienen nur die gekommen zu sein, die eigentlich schon überzeugt sind. Da gibt noch viel zu tun für Reinhard Gosch, der sich in der „Bühne im Hof“  dem „Dialog der Kulturen“ verschrieben hat.

Der Sängerin Janet Yehudian ist es wichtig  das Erbe ihrer Vorfahren zu bewahren. Schon ihr Vater  war im Iran ein bekannter Pajtan , ihr Großvater Rabbiner. Janet Yehudian tritt in diese Fußstapfen , ihre Pijutim, das sind traditionelle religiöse Gedichte, berührten sehr an diesem Abend.

Die Sängerin, die seit mehr als 30 Jahren persische Musik macht, kam mit 14 Jahren nach Israel, lebte einige Jahre im Jugenddorf Kefar Chassidim und machte danach eine akademische Ausbildung die nichts mit  Musik zu tun hatte. Erst an einem Strand in Liberia fand sie zu ihren Wurzeln und ihrer Musik, als sie dort mit ihrer Tochter Noga spazieren ging.

Nach dem Auftritt unterhielten sich die Musiker  noch lange mit den „lokalen“ Iranern. „Für uns wurde Israel, sowie auch die USA, die von den Mullahs zum kleinen und großen Satan erklärt wurden, zum Ziel unserer Sehnsucht“, erklärte ein junger Österreicher mit iranischen Wurzeln. Der Abend endete mit dem Absingen der Hymne Israels, der Hatikvah, in einer Hauseinfahrt mit sieben Israelis  auf Wunsch eines Iraners . Der Abend zeigte wie wichtig  Dialog ist.