Justizskandal um Nazi – Artikel

Mia wean scho kaan Richta brauchn…

von Ernst M. Stern

So weit sind wir also schon wieder: Ein notorisch das „3. Reich“ und die Shoa verharmlosende Manfred Duswald bezeichnet in der „Aula“ 1945 aus dem KZ Mauthausen befreite Häftlinge als „Landplage“ und „Kriminelle“.

Nach Anzeige durch einen Mandatar der Grünen stellt die Staatsanwaltschaft Graz das Verfahren gegen den Autor sowie den Herausgeber der „Aula“ in Windeseile ein mit der Begründung, die KZler seien tatsächlich eine „Belästigung für die betroffenen Gebiete Österreichs“ gewesen, und es hätte unter den Nazi – Opfern „unbestritten Rechtsbrecher gegeben“.

Der Aufschrei der Öffentlichkeit, selbst mancher Beamter des Justizministeriums, über die offensichtliche Verhöhnung der Opfer ist groß, doch erfahrungsgemäß ist anzunehmen, dass nach einiger Zeit, gemäß österreichischer Praxis, dem Grazer Staatsanwalt der Pelz gewaschen wird, ohne ihn wirklich nass zu machen…

Wäre ich Mauthausen – Überlebender, hätte der feine Herr Staatsanwalt schon eine Klage wegen Wiederbetätigung, Verhetzung und Verunglimpfung der Opfer am Hals. Denn wer sich die Absonderung eines Neonazis zu eigen macht, der erfüllt in meinen Augen höchstselbst den Strafbestand der Wiederbetätigung! Aber bei uns in Bagdad „wea ma scho kaan Richta brauchn“. Jede Wette---