Preise und der Preis

Dagmar Koller erhält Großes Ehrenzeichen

Dagmar Koller hat Ende April 2015  für ihre Verdienste um die Republik das Große Ehrenzeichen erhalten

„Dagmar Koller ist mit ihrem großen Talent und auch mit ihrer stets strahlenden Herzlichkeit eine Botschafterin Österreichs in der ganzen Welt. Koller sei nicht nur Künstlerin, sondern auch für ihre Toleranz und Offenheit bekannt.“

 

from Left: Andreas Mailath Pokorny (City of Vienna). Danielle Spera (Jewish Museum) , Dagmar Koller , Thomas Lachs (Friends of the Jewish Museum)

Dagmar Koller Schirmherrin Power 4Me und die AAO Kommune

 

„Aber dann habe ich durch meinen Mann (Helmut Zilk), der Bürgermeister war, alles erfahren, bin da hinausgefahren. Ich bin dorthin gefahren, habe das alles angeschaut. Und ich kenne Otto Mühl sehr gut, weil er im Portugal lebt, und ich habe ihn immer wieder besucht. Und ich habe seinen kleinen Kindern Puppen und Barbie Puppen mitgebracht, weil sie nichts hatten. Sie hatten im Portugal absolut nichts.Ich habe erfahren, daß die Frauen glücklich waren … Und das ist das Schreckliche. Ich bin in einem Verein gegen sexuellen Mißbrauch als Schirmherrin (Power4me). Ich bin gegen sexuellen Mißbrauch und  kämpfe gegen das. Warum hat keinen Politiker damals erkannt was sich dort abspielt. Das da niemand in der Öffentlichkeit da Stop gemacht hat…wo war die Politik damals? * –  Aber ich glaube, daß die Frauen die da mitgemacht haben, glücklich waren. Aber wenn  man ihn jetzt beobachtet, sieht man ja diese Gruppe, die  ist dageblieben, da möchte ich auch dabei sein, die sind lustig … da entsteht was bei ihnen.“[1]

 

* Die Kommune ist von Theodor Kery, Hilde Hawlicek, Karl Blecha und Helmut Zilk unterstützt worden.[2]

 

Richterin Jelinek beim Otto Mühl Prozess, 1990: „‚Ich habe die Filme gesehen. Sie übertreffen alles Bisherige, ‘ sagte die Richterin Frau Jelinek anschließend. ‚Die Buben wollten das nicht, sie haben geweint. Die sind für ihr Leben geschockt. Es war ihr Bub, ihr eigener Bub und seine Stiefmutter!’ (Einer der Jungen ist der Sohn von Otto Mühl und Claudias Schwester. [3]

 

„‚Staatsanwalt Rabonog meinte, noch unter dem Eindruck der Zeugenaussagen und Videovorführung stehend, in seinem Plädoyer: ‚Ich habe schon viele große Prozesse erlebt, aber noch in keinem hat mich das Schicksal der Opfer so bedrückt wie in diesem. Mühl hat Terror ausgeübt. Was ein KZ ist, wissen wir aus der Geschichte. Was die Mädchen am Friedrichshof mitmachen, war genau so schrecklich. Otto Mühl hat mit Menschen experimentiert, er hat sie manipuliert … Die Jugendlichen waren nicht freiwillig dort, er hatte ihnen die Eltern genommen und damit die Möglichkeit, die Kommune zu verlassen. Sie hatten keine Chance.‘“ [4]

 

 

 Valie-Export-Archiv und -Center in Linz -

orf.at/news/stories, 9.04.2015

 

Linz bekommt ein Valie-Export-Archiv im Kunstmuseum Lentos und ein Valie-Export-Center in der Linzer Tabakfabrik. Valie Export - eine gebürtige Linzerin - ist eine der international bedeutendsten Künstlerinnen aus Österreich und eine Pionierin der Medienkunst.

 

Export und die Vögel

 

„Ab dem 1. Mai 1975 gab es bereits bei der Staatsanwaltschaft Wien eine diesbezügliche Anzeige der Tierschutzaktion “Der blaue Kreis” wegen Tierquälerei. Das ausgestellte Objekt, zwei Sperlinge und vier Sittiche, war das Ergebnis der gefilmten Aktion. Jetzt glaubte man allgemein, dass die Künstlerin schon öfters auf solche “künstlerische” Art Vögel zu Tode gemartert hatte. Dieser Eindruck wurde von Valie Export selbst noch durch die von ihr herausgegebene Beschreibung der Aktion verstärkt. Valie Export wurde 1977 zu einer Geldstrafe von 10 000 S wegen Vergehens der Tierquälerei verurteilt.“[5]

 

Export persönlich: „auf einem wird ein vogel mit dünnen schnüren befestigt. ich knie vor dem vogel auf dem podest und übergieße ihn mit flüssigem, heißem wachs, dann übergieße ich meine füße und meine linke hand mit wachs, die rechte hand wird durch das umstoßen des wachsbehälters mit dem kopf über-gossen (sic!). ich befreie mich dann durch ausschneiden der hände mit einem messer, welches ich mit dem mund vom podest aufgehoben habe und zum ausschneiden, vom mund gehalten, benütze. rund um das podest ist ein kreis von nägeln gezogen. auf der zivilisatorischen hochebene des podestes spielt sich das drama des menschen als bildner ab.“ [6]

 

Während des Dritten Reiches sind im Erziehungslager „Kinderland“ die Kinder von den Nationalsozialisten trainiert worden, Vögel eigenhändig zu töten.[7]

 

Auszug aus News, 30 August 2007: Ja, wir wollten töten!“ Drei Stierer planten den Mord an eine Frau: Grausame „Spiele!“ Sie zündeten wehrlose Tierkinder an. Weil sie Todesschrei hören wollten, zündeten sie Vogelbabys an … Und dann suchten Daniel und Karl­heinz spitze Steine, mit denen sie später ab­wechselnd auf das wimmernde Tier ein­schlugen und ihm den Kopf abtrennten.[8]

 

Wien - Rubina Möhring, Präsidentin von „Reporter ohne Grenzen Österreich“, wird in der Kategorie Presse- und Informationsfreiheit mit dem Concordia Preis 2014 ausgezeichnet.

 

 

Der Preis

 

„Kuhner soll nicht in deinem Buch nicht vertreten sein.“[9]

- Gabriel Lansky, der Rechtsberater der SPÖ und der Jüdischen Gemeinde und „Menschenrechts Aktivist“, an Ruth Wodak, Herausgeberin von Das kann einem nur in Wien passieren. Alltagsgeschichten. „Diese ‚Alltagsgeschichten‘ sammeln Eindrücke, Erlebnisse, Geschichten, die viele Menschen in Wien erlebt haben oder auch erleben könnten. Allerdings nicht irgendwer, sondern Juden und Jüdinnen aus drei Generationen.“ (Lansky  wurde dabei von Rubina Möhring, der Präsidentin der Reporter ohne Grenzen, unterstützt.)

 

Kuno Knöbl: „Finanzreferent von Reporter ohne Grenzen ist Gaby Lansky, der auch die OMV vertritt. [10]„Der Nitsch ist für mich die künstlerische Entsprechung des Bischof Krenn. Das heißt es ist ein Paarlauf. Es ist gut, dass Du das alles das hervorgebracht hast.“ [11]



[1]Barbara Stöckl, ORF 11.04.2013, 23:00 Uhr.

[2]  Andreas Schlothauer: Die Diktatur der freien Sexualität, S. 139-149.

[3] Ebd., S. 174.

[4] Ebd., S. 174.

[5] wladimir-aichelburg.at, Wladimir Aichelburg, 150 Jahre Künstlerhaus Wien, 1861-2011,

[6] performance-art-research.de/AndereTexte.htm; Beschreibung von VALIE EXPORT in: http://www.urban-infill.com/asemie2.htm, 20.02.2004.

[7] Hitlers Kinder, Dokumentationsreihe, Folge 4, Arte TV, 1. März 2000.

[8] Martina Prewein: „Am Tatort“, News, Nr. 35, 30. Aug. 2007, S. 62-65.

[9] Quelle: Kuno Knöbl

[10].Kuno Knöbl Brief an Herbert Kuhner, 20. Juni 2005.

[11] Kuno Knöbel. March 3, 2004, Düsenberg; En Route Herbert Kuhner, Film by  Fritz Kleibel, 2014.