Demokratieschädigendes Kasperltheater

Die Koalitionspartner in der Kultusgemeinde, sprich die Mehrheitsfraktion ATID sowie die Vertreter der Bucharischen Ethnie, gerieten einander schon im Dezember kräftigst „in die Wolle“. Streitpunkt: Die geplante und teilweise bereits ausgearbeitete Statutenreform.

 

von Ernst Meir Stern

 

Um eine Abstimmung zu verhindern, blieben die „Bucharen“ sowie die oppositionelle Fraktion „CHAJ“ der letzten Sitzung im Dezember kurzerhand fern.

 

Dienstag , 10. Jänner. Der Kultusvorstand soll wieder tagen, Publikum ist im Saal – doch diesmal boykottieren die Mandatare von ATID korporativ, ebenso glänzen sämtliche Vertreter der religiösen Fraktionen durch Abwesenheit. Präsident Deutsch schickt daher die anwesenden Mandatare mangels Beschlussfähigkeit nach 15 Minuten heim.

 

Kindisches Kasperltheater auf den ersten Blick. Als Mitglied des  „Bund Sozialdemokratischer Juden – Avoda“ halte ich allerdings fest, dass ein Boykott von Sitzungen des obersten Entscheidungsgremiums von Funktionären, die von ihren  Wählern beauftragt wurden, zu arbeiten, unwürdig ist, Vielmehr ist ein solches Verhalten geeignet, die Demokratie in der IKG auf verantwortungslose Weise zu untergraben und nachhaltig zu beschädigen.

 

Ganz gleich, wie man zur Statutenreform bzw. der umstrittenen Senkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre steht. Die Mitglieder unserer Gemeinde mögen sich daran erinnern, wenn und vor allem wen sie im November wählen.