Teilweise kosher in der Mazzesinsel


Das Hotel Stefanie lud zu einem Benefiz-Abend

 von Alexandra Hahlweg und Samuel Laster

Im Herzen der Leopoldstadt, in der Taborstraße 12, findet man das Hotel Stefanie, das älteste Hotel Wiens und das einzige mit kosheren Frühstück. Auf Wunsch der jüdischen Gäste gibt es auch häufig Bar Mitzwahs und Hochzeitsfeiern mit kosheren Catering von Shalom Bernholtz.

Direktor Peter Buocz überreicht Dr. Spera einen Scheck

Es war ihm ein Herzensanliegen einmal einen jüdisch-wienerischen Benefiz-Abend zu machen, erzählt uns Hoteldirektor Peter Buocz. Das Jüdische Museum dabei als Partner zu gewinnen, war nicht so leicht, gelang aber durch Christof Habres Unterstützung. Dass die jüdischen Gäste dem Hotel tatsächlich wichtig sind, zeigt sich beispielsweise daran, dass man im "Stefanie" auf ein elektronisches Schließsystem der Zimmertüren verzichtet, damit die Gäste zu Shabbes keine Probleme haben.

Sängerin Timna Brauer, Danielle Spera, Schauspielerin Mercedes Echerer (von links)

Die jüdische Gemeinde Wiens, boykottiert allerdings das Hotel, seit bekannt wurde, dass die Schick Hotels, zu denen das "Stefanie" gehört, mit ca. 12 % beteiligt an der Betreibergesellschaft der Hofburg sind, die jahrzehntelang zuließen, dass rechtsradikale Burschenschafter einmal im Jahr einen Ball in der Hofburg veranstalteten. Der Benefiz-Abend am letzten Mittwoch hatte damit wenig zu tun, denn für Direktor Buocz ist das "Stefanie" ein Ort der Begegnung und Burschenschafter will er keine im Haus, wie er betont.

Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums in Wien stellte sich den Fragen ihres in Wissen und Charme kongenialen Gesprächspartners Christoph Habres, der ein Buch namens "Jüdisches Wien" auf den Markt brachte und sich seither offensiv als Experte für "Jüdisches" offeriert. Umrahmt wurde der Abend mit Ziehharmonika-Klängen von Theo Lieder. Danielle Spera erhielt vom Direktor Buocz einen Scheck über 5000 Euro für ein virtuelles Synagogenprojekt. Gäste wie die Jazzgitti Martha Butbul mit Tochter Shlomit oder Timna Brauer, Barbara Wussow mit Gatten Albert Fortell delektierten sich am "teilweise kosheren" (Habres) Buffet.

Das Hotel Stefanie

Das Hotel hat den kitschigen Charme der Jahrhundertwende bewahrt und wird für zahlreiche jüdische Gäste weiterhin eine solide Herberge in Wien sein. Es ist ein Ort wo man sich wohl fühlt und an dem man gerne wieder kommt.