Videobotschaft an das iranische Volk

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich in einer Video-Botschaft an das iranische Volk gewandt.

Darin heißt es: „Ich plane, bald mit Präsident Trump darüber zu sprechen, wie man der Bedrohung durch das iranische Regime begegnen kann, das zur Vernichtung Israels aufruft.

Doch vor kurzem ist mir aufgefallen, dass ich viel über das iranische Regime gesprochen habe und nicht genug über das iranische Volk – oder besser gesagt, zum iranischen Volk. Ich hoffe also, dass diese Nachricht jeden Iraner erreicht – jung und alt, religiös und säkular, Mann und Frau.

Ich weiß, Sie würden lieber ohne Angst leben. Ich weiß, Sie würden gerne frei sprechen, lieben, wen immer Sie wollen ohne die Angst, gefoltert oder an einem Kran aufgehängt zu werden. Ich weiß, dass Sie gern frei im Internet surfen würden, um Videos wie dieses sehen zu können, und nicht ein virtuelles privates Netzwerk nutzen müssen, um die Zensur zu umgehen. Sie haben eine stolze Geschichte. Sie haben eine reiche Kultur. Tragischerweise sind Sie durch eine theokratische Gewaltherrschaft gefesselt.

In einem freien Iran werden Sie wieder in der Lage sein, ohne Begrenzung zu erblühen. Doch heute versucht ein grausames Regime, Sie zu unterdrücken. Ich werde niemals die Bilder mutiger, nach Wandel dürstender junger Studenten vergessen, die 2009 in den Straßen von Teheran niedergeschossen wurden; und ich werde niemals vergessen, wie die schöne Neda Sultan auf diesem Gehweg nach ihrem letzten Atem rang.

Dieses ruchlose Regime versagt Ihnen weiterhin Ihre Freiheit. Es hält tausende Kandidaten davon ab, bei Wahlen anzutreten. Es stielt Geld von Ihren Armen, um einen Massenmörder wie [den syrischen Präsidenten] Assad zu finanzieren.

Indem es täglich zur Vernichtung Israels aufruft, hofft das Regime, Feindschaft zwischen uns zu sähen. Das ist falsch. Wir sind Ihr Freund, nicht Ihr Feind. Wir haben immer zwischen dem iranischen Volk und dem iranischen Regime unterschieden. Das Regime ist grausam – die Menschen sind es nicht; das Regime ist aggressiv – die Menschen sind warmherzig.

Ich sehne mich nach dem Tag, an dem Israelis und Iraner einander wieder frei besuchen können, in Teheran und Isfahan, in Jerusalem und Tel Aviv. Die Fanatiker dürfen nicht gewinnen. Ihre Grausamkeit darf unser Mitleid nicht besiegen.

Unsere beiden Völker können gemeinsam an einer friedlicheren und hoffnungsvolleren Zukunft für uns beide arbeiten. Wir müssen den Terror und die Gewaltherrschaft besiegen, und wir müssen sicherstellen, dass Freiheit und Freundschaft den Sieg davon tragen.“

(Amt des Ministerpräsidenten, 22.01.17)