Die Operation wird wahrscheinlich ausgeweitet – Tag 12 der Operation „Fels in der Brandung“


Zwei Soldaten und ein Zivilist  sind heute ums Leben gekommen und ein groß angelegter Entführungsversuch der Hamas wurde verhindert. Weiterhin gibt es heftige Raketenangriffe auf viele Regionen Israels. Seit  Beginn der Bodenoffensive wurden bisher 34 Tunnel entdeckt, diese werden nun gesprengt oder aus der Luft zerbombt.  Außerdem wurden seit Donnerstag 70 Terroristen gekillt.

Die Kaltblütigkeit der israelischen Zivilbervölkerung  ist immer wieder auf dem Prüfstand. Heute war es wieder so weit. Nach Eitan Barak, der am Freitag erstes Opfer der Bodenoperation wurde, waren es heute Amotz Greenberg  (45) und Adar Barsano,(20) die Israels lange Liste der Opfer mit neuen Namen füllten. Yehi Zikhram baruch.

Am Morgen versuchte eine schwerbewaffnete Gruppe der Hamas einen Anschlag über einen Tunnel zu begehen. Aus einem Tunnel kommend beschoss die Terrorgruppe eine israelische Einheit. Maj. (res.) Amotz Greenberg (45) und Sgt. Adar Barsano (20) kamen dabei um.  Die Angreifer hatten ein Todesopfer und ergriffen die Flucht. Zurück blieben ein Waffenarsenal, Handschellen und Betäubungsmittel. Anscheinend wurde eine große Entführung im Kibbutz Ein Hashlosha geplant, die vereitelt wurde.


Waffen, die die flüchtenden Terroristen zurückließen (IDF)

In einer Beduinensiedlung nahe Dimona kam zu Mittag ein 32 jähriger Mann ums Leben als eine Rakete sein Haus traf. Er war das zweite Opfer unter Israels Zivilbevölkerung seit Beginn der Operation. Am Vormittag wurde Dror Chanin zur letzten Ruhe gebracht, das erste Opfer der Raketenangriffe der Hamas.

 

Das zerstörte Beduinenhaus (IDF)

Warum die Terrorgruppe Zementlieferungen dazu nutzte um hunderte Terrortunnel zu bauen und nicht Schulen oder Krankenhäuser, fragte Yoav (Poli) Mordechai beim Interview mit Arab BBC am Samstag. Diese Frage wird wohl rhetorisch bleiben.

Wie lange die Operation noch andauert ist  ungewiss. Viele Arabische Staaten applaudieren dabei Israel insgeheim, weil sie die  Gefährlichkeit der Hamas  wohl als hoch einschätzen. Am meisten würde die Operation von Ägypten begrüßt, das nach Angaben des Experten Eli Karmon vom Interdisz. Center in Herzlija  selbst  gerne Gaza bombadiert hätte, um der Al Kaida -Hamas-Melange in Sinai Herr zu werden.

Israels Armee hat den Auftrag der politischen Führung und den Rückhalt der Bevölkerung  Israels wie selten zuvor. Die teils heftigen Demos in Berlin, Brüssel, Paris oder London, wo heute mehr als 20.000 Menschen demonstrierten, können offenbar die Regierungen in Europa bisher nur begrenzt beeinflussen, die israelische gar nicht. Israels Bodentruppen werden die Operation wohl ausweiten. Ein Ende ist im Moment nicht zu sehen. In drei Tagen könnte der politische Druck auf Israel wieder unerträglich werden.