Jüngste Reaktionen auf die EU-Kennzeichnungsrichtlinien

Am vergangenen Wochenende ließ das deutsche Warenhaus KaDeWe verlauten, dass es als Reaktion auf die EU-Kennzeichnungsrichtlinien bezüglich israelischer Produkte aus umstrittenen Gebieten israelische Weine solange aus dem Sortiment nehmen würde, bis sie „vorschriftsmäßig“ gekennzeichnet seien. Daraufhin bildete sich ein großer Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien.

 Eine Reihe voller Rotwein

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu äußerte sich zu dem Vorfall während der Kabinettssitzung am Sonntag wie folgt:

"Dieses Geschäft gehörte einst Juden. Die Nazis rissen es an sich. Absurderweise kennzeichnet dieses Kaufhaus nun Produkte aus Gemeinden in Judäa, Samaria und den Golanhöhen. Es begann mit der Kennzeichnung und hat Produkte aus den Regalen genommen – ein Boykott in jeder Hinsicht. Wir protestieren gegen diesen Schritt, der moralisch, historisch und in der Sache falsch ist. Wir erwarten von der deutschen Regierung, die sich gegen die Kennzeichnung aussprach, dass sie sich dieses gravierenden Vorfalls annimmt".

Nach dem beispiellosen Protest aus Deutschlands Zivilgesellschaft wie auch international entschuldigte sich das KaDeWe am Sonntag für die Maßnahme und nahm die Weine wieder in sein Sortiment auf. 

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft erklärte am Montag, den 23. November, in einer Stellungnahme, dass sie es begrüße, dass die Entscheidung des KaDeWe aufgrund der Vielzahl von Protestbekundungen aus der Bevölkerung zurückgenommen wurde.

Zur EU-Kennzeichnungspflicht heißt es in der Erklärung: "Dass nur Produkte aus israelischen Siedlungen, nicht aber etwa solche von der Krim oder anderen umstrittenen Gebieten diskriminiert werden, zeigt, dass es nicht um Verbraucherschutz, sondern um politischen Druck auf Israel geht".

(BotschaftIsrael /MFA, 23.11.15)