Gedenkveranstaltung zum 20. Todestag von Rabin

Israels Präsident Reuven Rivlin veranstaltete am Sonntag (25.10.) in seiner Residenz die jährliche Gedenkveranstaltung für den ermordeten Ministerpräsidenten und Verteidigungsminister Yitzhak Rabin.

 

Präsident Rivlin bei der Gedenkveranstaltung für Ministerpräsident Rabin (Foto: GPO/Mark Neiman)

In diesem Jahr jährte sich die Ermordung Rabins zum 20. Mal. An der Zeremonie nahmen unter anderem der neunte Präsident Israels, Shimon Peres, und der Enkel von Yitzhak Rabin, Yonatan Ben Arzi, teil.

In seiner Ansprache betonte Präsident Rivlin die Bedeutung dieses Gedenktags für Rabin und sagte: „Wir müssen für uns und für die nächsten Generationen sicher stellen, dass der Tag, an dem wir des Mordes an Rabin gedenken, ein Tag ist, mit dem sich ganz Israel identifizieren kann: alle Lager Israels und all seine Bereiche. Es soll ein Tag der Selbstprüfung für das Volk Israels sein, eine Zeit der Selbstprüfung für die israelische Demokratie. (…) 

Zwanzig Jahre sind seit dem Mord vergangen. Wir müssen uns fragen: Haben wir genug getan, um die Brüche zu kitten, die die Ermordung aufgerissen hat? Tun wir genug, um im Bewusstsein dieser Nation für die kommenden Generationen zu verankern, welch zerstörerisches Potential politische Gewalt mit sich zieht? (…)

Demokratie beruht auf der Fähigkeit, einen gemeinsamen Nenner an Werten und moralischen Vorstellungen zwischen allen Gruppen der Gesellschaft zu etablieren. Es ist die Fähigkeit, eine ‚gemeinsame Staatlichkeit‘, eine ‚gemeinsame israelische Identität‘ zu etablieren. Dies hängt davon ab, wie stark jede Gruppe in der israelischen Gesellschaft das Gefühl hat, dass sie eine wirkliche Rolle in der Demokratie spielt und dass die Regeln der Demokratie auf sie zutreffen und bindend sind. Es hängt davon ab, ob die Hauptströmung aller Gruppen und Lager in der Lage dazu ist, zusammen einen starken und gemeinsamen Kern zu bilden, der mit Mut zusammenhält im Angesicht von Extremisten und gewalttätigen Kräften.

Die israelische Demokratie ist stark. Sie ist nicht eingeknickt, sondern hat sich während schwieriger und schmerzhafter Herausforderungen behauptet. Ich sitze inmitten meines Volks und ich muss sagen: eine besonnene und reife Nation sitzt hier. Eine Nation, die sogar in einer komplexen und brutalen Realität, sogar in schwierigen Tagen wie jenen, die wir in letzter Zeit durchstehen, sich nicht von gewalttätigen Extremisten verführen lässt. (…)“ 

(Sprecher des Präsidenten, 25.10.15)