Israelische Forscher: Cannabis zur Behandlung von multipler Sklerose

Ein Forscherteam der Universität Tel Aviv hat nachgewiesen, dass einige chemische Verbindungen, die in der Hanfpflanze zu finden sind, dabei helfen könnten, Krankheiten, die der multiplen Sklerose (MS) ähnlich sind, zu therapieren, indem sie Entzündungen im Gehirn und in der Wirbelsäule verhindern. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Journal of Neuroimmune Pharmacology.

Hanfpflanze (Foto: MFA) 

Seitdem die israelischen Forscher Raphael Mechoulam und Yechiel Gaoni 1964Tetrahydrocannabinol (THC), den wichtigsten psychoaktiven Bestandteil der Hanfpflanze, entdeckten, haben Israelis den Weg bereitet für die Erforschung der heilenden Eigenschaften von Cannabis. Seitdem haben Wissenschaftler rund 85 Verbindungen, sogenannte Cannabinoide, identifiziert, die einzigartig für Cannabis sind und bemerkenswerte biologische Effekte haben. 

Ruth Gallily, eine emeritierte Professorin der Immunologie an der Hebräischen Universität in Jerusalem, untersuchte später das Cannabinoid Cannabidiol (CBD), von dem man meint, dass es ein größeres Ausmaß an medizinischen Anwendungsmöglichkeiten aufweist als THC. […]

In der aktuellsten Studie wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob die entzündungshemmenden Eigenschaften von CBD und THC auch bei der Behandlung von Entzündungen, die mit MS zusammenhängen, genutzt werden können.

Die Forscher nahmen isolierte Immunzellen (die das Gehirn und die Wirbelsäule betreffen und ihnen schaden) von gelähmten Mäusen und behandelten sie entweder mit CBD oder THC.

In beiden Fällen produzierten die Immunzellen weniger entzündliche Moleküle […]. Die Forscher folgerten, dass die Anwesenheit von CBD oder THC die Immunzellen dabei hemmt, die Produktion von entzündlichen Molekülen anzustoßen, und die Fähigkeit der Moleküle, das Gehirn und die Wirbelsäule zu erreichen und sie zu schädigen, einschränkt.

Obwohl die Resultate einen Grund zur Hoffnung geben, sagen die Forscher, dass weitere Studien notwendig sind, um die Effektivität der Cannabinoide bei der Behandlung von MS bei Menschen zu beweisen. […]

Die Ko-Autorin der Studie, Dr. Ewa Kozela, sagte: "Wenn Cannabis mit Bedacht benutzt wird, hat es ein enormes Potential. Wir beginnen erst zu verstehen, wie es wirkt".

(MFA, 20.08.15)