Netanyahu zur jüngsten UNESCO-Resolution

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich bei einer Veranstaltung in einer Rede zur Resolution des UNESCO-Welterbekomitees zur Jerusalemer Altstadt geäußert, die am Mittwoch verabschiedet wurde.

Netanyahu sagte:

"Heute hat das Welterbe-Komitee der UNESCO eine Resolution verabschiedet, die die Palästinenser und verschiedene arabische Länder enttäuscht hat. Sie sollte eigentlich einstimmig verabschiedet werden,weil der UNESCO-Generalsekretär gesagt hat, dass, wenn sie nicht einstimmig verabschiedet wird, die Resolution nicht umgesetzt würde.

Ich würde gern den Minister- und Staatspräsidenten von Tansania und Kroatien danken, dass sie die [geheime] Abstimmung gefordert haben. Ich habe mit ihnen gesprochen, und ich schätze ihre Bereitschaft, hier Farbe zu bekennen, sehr. Durch diese Abstimmung wird die Resolution nicht umgesetzt, da sie nicht einstimmig verabschiedet wurde.

 

Ministerpräsident Netanyahu während seiner Rede (Foto: Gideon Levy/GPO)

Elf der 21 Staaten, die Mitglieder des sogenannten Welterbe-Komitees sind, haben nicht für die Resolution gestimmt. Für Israel ist dies ein bedeutendes Ergebnis, da wir vor einem Jahr, als die Zusammensetzung des Komitees für Israel sehr viel komfortabler war, ein Ergebnis erzielt haben, das nicht so gut war.

Länder wie Deutschland, Japan, Indien und Kolumbien sind nicht mehr im Komitee, und alle möglichen anderen Länder, die Sie kennen, sind nun drin: Libanon, weitere arabische Länder, Angola, Zimbabwe usw.; und mit einer Zusammensetzung, die nicht so gut war, kamen wir zu einem besseren Ergebnis. Das zeigt, dass das geschieht, was ich Ihnen gesagt habe, und was ich auch der UNO gesagt habe: dass Israels bilaterale Beziehungen auch – letztendlich – in internationalen Foren reflektiert werden, obwohl dies Zeit braucht.

Es braucht Zeit und ein wenig Hilfe von oben. Ich habe gesagt, dass es zehn Jahre dauern wird, wahrscheinlich weniger, die automatische Mehrheit in UN-Institutionen zu brechen, besonders des Blocks der afrikanischen Länder, 54 Länder. Die Mehrheit wird von einer Gegnerschaft gegenüber Israel zu einer Unterstützung Israels wechseln. Dieser Prozess ist Realität und findet auch in der heutigen Abstimmung Ausdruck. [...]

Natürlich versuchen wir, die Realität zu verändern, doch die Tatsache, dass, auch wenn diese Resolution nicht implementiert wird, sie überhaupt zur Abstimmung gebracht wurde, ist absurd; dass wir – aufgepasst, Israel, im Nahen Osten – dass es wir seien, die die Rechte verschiedener Religionen verletzen, dass wir es seien, die wir die Heiligen Orte nicht schützen. Kann man sich etwas absurderes vorstellen? Wir bewahren nicht?

Wir sind die einzigen, die peinlich genau, vorsichtig und eifrig schützen und bewahren. Wer, wenn nicht wir? Wir alle wissen, was hier im Nahen Osten passiert, wenn der radikale Islam Moscheen, Kirchen historische Stätten in die Luft sprengt, Jesiden ermordet, Muslime ermordet, die ihm nicht zustimmen, Christen ermordet, wen auch immer er kann. Wer sollte also verurteilt werden? Bestimmt nicht Israel. Israel verdient jedes nur mögliche Lob zu diesem Thema, als ein Leuchtfeuer des Lichts und Fortschritts, von Toleranz und Rechten.

Es ist die UNESCO, die verurteilt werden sollte, nicht nur für ihre gegenwärtige Blindheit, sondern auch für die der Vergangenheit. Diese skandalöse Entscheidung, der Skandal, über den vor mehr als zwei Wochen entschieden worden, dahingehend, dass das jüdische Volk keine Verbindung zum Tempelberg habe, oder zu Jerusalem überhaupt, widerspricht der Bibel und allen historischen Aufzeichnungen.

Wussten Sie, dass Titus ein zionistischer Propagandist war? Auf dem Titusbogen kann man sehen, wie vor 2.000 Jahren, nachdem sie den Tempel – der keine Moschee war, den Islam gab es noch nicht; das war erst ein paar hundert Jahre später – der siebenarmige Leuchter getragen wird. Sie wissen das. Und die Mitgliedsstaaten der UNESCO wissen es auch.

Doch dieser Verzerrung, die die gesamte Vorstellung der historischen Wahrheit, oder Geschichte überhaupt, überpflastert, dieser Verzerrung wurde gerade eben durch einen archäologischen Fund widersprochen, der heute von der Israelischen Altertumsbehörde öffentlich gemacht wurde. [s. folgenden Beitrag].

Und tatsächlich, diese Absurdität des Theaters des Absurden geht weiter, wenn auch mit verringerten Kräften. Daher habe ich entschieden, unseren Botschafter bei der UNESCO zu Konsultationen nach Hause zu holen, und wir werden entscheiden, was zu tun ist, was unsere zukünftigen Schritte gegenüber dieser Organisation sein werden. Doch es muss verstanden werden, dass am Ende, und es wird dauern, diese Absurdität, die nicht nur die historische und gegenwärtige Wahrheit beschädigt, sondern – meiner Meinung nach – die UNESCO selbst, diese Absurdität wird enden, in dem Maße, wie die israelische Stärke wächst und gedeiht.“

Am Dienstag hatte Ministerpräsident Netanyahu mit seinem italienischen Amtskollegen Matteo Renzi telefoniert. Thema war die Abstimmung in der UNESCO vor zwei Wochen, ebenfalls zum Thema Jerusalem.

Renzi erklärte, die Zustimmung Italiens zu der damals verabschiedeten Resolution sei ein Fehler gewesen.

(Amt des Ministerpräsidenten, 22./26.10.16)