Juden in Sachsen

GUNDA ULBRICHT/OLAF GLÖCKNER: “ JUDEN IN SACHSEN“ , eine Publikation von HATIKVA e.V. Dresden und Moses Mendelsohn Zentrum Potsdam, Edition Leipzig 2013

Rezension von Israel Schwierz

 

 

Vor drei Jahren erschien als Edition Leipzig die Dokumentation „JUDEN IN SACHSEN“, herausgegeben von GUNDA ULBRICHT und OLAF GLÖCKNER als Publikation von HATIKVA e.V. Dresden und des Moses Mendelsohn Zentrums Potsdam.

 

Nach einer Danksagung an alle Mitarbeiter, Kollegen, Zeitzeugen und Freunde und einer übersichtlichen Inhaltsangabe sowie einem Vorwort der beiden Herausgeber beginnt die Dokumentation mit einer sehr ausführlichen und stark beeindruckenden Arbeit von Christiane Donath :“Anfänge jüdischen Lebens in Sachsen im Mittelalter“, gefolgt von einem ebenso exzellenten Bericht von Daniel Ristau „Jüdisches Leben in Sachsen vom 17. Jahrhundert bis 1840“, an den sich eine äußerst intensive und tiefschürfende Dokumentation von Gunda Ulbricht „Exkurs zur Geschichte der Juden in den ehemals preußischen Gebieten“ anschließt.: Görlitz wird hier ebenso geschildert wie die Orte Weisswasser, Delitzsch und Bitterfeld.

 

Dem vierten Kapitel des Werkes von Solvejg Hoppner „ Juden in Sachsen zwischen bürgerlicher Revolution und Erstem Weltkrieg“, das die Situation ganz hervorragend darstellt folgt ein fünftes „ Die sächsischen Israelitischen Gemeinden in der Weimarer Republik“ von Gunda Ulbricht, das nicht nur die Gemeinden (Chemnitz, Plauen) sehr treffend beschreibt, sondern auch ihre Probleme, die soziale Zusammensetzung ihrer Mitglieder und ihren Dachverband – der Sächsischen Israelitischen Gemeindeverband – gefolgt von einem sechsten Kapitel von Irina Suttner „Juden in Sachsen während der Herrschaftszeit des Nationalsozialismus“, in dem das Grauen der NS-Zeit auf allen Gebieten des Lebens sehr detailliert in Wort und Bild dokumentiert wird.

 

Dem nachfolgenden Abschnitt mit dem Titel „ Jüdisches Leben in Sachsen 1945 bis 1989“ von Nora Goldenbogen kann der interessierte Leser eine Vielzahl von äußerst interessanten und aufschlussreichen  Informationen über das Leben der Juden nach dem Kriege und in der ehemaligen DDR entnehmen - Hinweise über die Überlebenden, die die neuen Gemeinden gründeten ebenso wie die Probleme der jüdischen DDR-Gemeinden in der DDR bis zur Wiedervereinigung.

 

In einem letzten Kapitel mit der Überschrift „Immigranten und Visionen - Juden in Sachsen seit 1990“ beschreibt dessen Autor Olaf Glöckner sehr eindrucksvoll die Situation der jüdischen Gemeinden zur Zeit der Wende, den Einfluss, welchen die neuen Zuwanderer aus der ehemaligen UdSSR ausübten und noch immer ausüben, aber auch die Freude der heutigen sächsischen Juden über den Bau neuer Synagogen und über die religiöse Vielfalt und kulturelle Öffnung des heutigen Judentums in Sachsen.

 

Ein umfassendes Personenregister, ein ebenso detailliertes Sach- und Ortsregister, eine sehr informative Literaturauswahl, ein Glossar, ein Bildnachweis sowie eine kurze biografische Übersicht der Mitarbeiter runden diese in der Tat einmalige und äußerst informative Dokumentation harmonisch ab.

 

Mit der Veröffentlichung dieser exzellenten Dokumentation ist es deren Herausgebern und ihren Mitarbeitern in der Tat gelungen, die breite Öffentlichkeit mit vielen wichtigen Informationen über die Juden in Sachsen – in der Vergangenheit und in der Gegenwart, ja, ein wenig sogar mit einem Ausblick in die Zukunft bekannt zu machen.

 

Dafür gebührt ihnen allen größter Dank und höchste Anerkennung aller, denen der ehrliche Umgang mit der Geschichte – nicht nur der jüdischen! – ihrer sächsischen Heimat ein Herzensanliegen ist und etwas bedeutet. Dieses hervorragende Werk sollte als Informationsquelle nicht nur in jeder Schule und Hochschule, sondern auch in den Bibliotheken aller kirchlichen, politischen und kulturellen Einrichtungen vorzufinden sein.

 

GUNDA ULBRICHT/OLAF GLÖCKNER: “ JUDEN IN SACHSEN“ , eine Publikation von HATIKVA e.V. Dresden und Moses Mendelsohn Zentrum Potsdam, Edition Leipzig 2013   Preis: 19.95