40% der europäischen Juden  unterdrücken jüdische Identität wegen Antisemitismus

Quelle: ynet

Ein von der European Jewish Association und dem Rabbinical Center of Europe veröffentlichter Bericht zeigt, dass etwa 1,5 Millionen Juden in Europa ihr Jüdischsein vor der Öffentlichkeit verbergen.

"Etwa 40 Prozent der europäischen Juden entscheiden sich dafür, ihr Jüdischsein zu verstecken," sagte RCE- und EJA- Generaldirektor Rabbi Menachem Margolin.

Eine Umfrage, die letzten Herbst von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte veröffentlicht wurde, zeigte, dass 25 Prozent der europäischen Juden Angst hatten, in der Öffentlichkeit jüdische Symbole zu tragen.

Nur 25 Prozent der jüdischen Kinder in Europa besuchen jüdische Schulen, und während doppelt so viele Gläubige die Gottesdienste während der kommenden Hohen Feiertage als an Samstagen besuchen werden, "werden sich etwa 70 Prozent der europäischen Juden dafür entscheiden, die Synagoge an Rosch Haschanah und Jom Kippur nicht zu besuchen."

Der Bericht stellte auch fest, dass Europa einen Mischehen-Anteil von 80 Prozent hat.

Der drastische Anstieg an europäischem Antisemitismus wurde diesen Sommer durch den jüngsten Konflikt zwischen Israel und der Hamas angeheizt. Der Bericht enthüllte, dass Hunderte von jüdischen Eltern ihre Kinder wegen der Angst vor antisemitischer Gewalt zu jüdischen Schulen bringen mussten.

In Deutschland rief Kanzlerin Angela Merkel bei einer Kundgebung gegen Antisemitismus zu "Toleranz" auf, da Angriffe auf Juden in Europa und der ganzen Welt zunähmen. Merkel nannte die 100000 in Deutschland lebenden Juden einen "nationalen Schatz" und sagte: "Jüdische Freunde, Nachbarn und Kollegen, betrachtet euch hier als zu Hause."

Michael Freund, Gründer von Israel Returns, einer Organisation, die den biblischen Auftrag, Juden aus allen Gegenden der Welt bei der Rückkehr nach Israel zu helfen zu erfüllen sucht, sagte Breaking Israel News, dass die gegenwärtige Situation in Europa Juden als eine wesentliche Warnung dienen sollte.

"Der Anstieg an Antisemitismus quer durch Europa weniger als sieben Jahrzehnte nach dem Holocaust ist eine beängstigende Wende der Ereignisse. Synagogen wurden mit Brandbomben beworfen, Schulen wurden ins Visier genommen und Juden wurden auf der Straße angegriffen. Die Tatsache, dass 40 Prozent der europäischen Juden das Bedürfnis verspüren, ihre jüdische Identität zu verstecken, spricht Bände über das Gefühl von Angst und Vorankündigung, das Juden überall auf dem Kontinent erfasst," sagte er.

"Europäische Toleranz und Freiheit sind in Gefahr, der Vergangenheit anzugehören, dennoch wird wenig gegen den wachsenden Antisemitismus getan. Es ist Zeit für Europas Juden, die Zeichen zu sehen und zu realisieren, dass ihre Zukunft schlussendlich in Israel liegt, dem Land der Geschichte unseres Volkes und seiner Bestimmung," erklärte Freund. "Nur in Israel wird es ihnen möglich sein, ihre Kinder frei von Antisemitismus, und ohne sich um verheerende Angleichung zu sorgen, zu erziehen."

Da sich die Hohen Feiertage schnell näherten, drückte Freund seine Hoffnung aus, dass die Juden in Europa aufwachen und aus der Geschichte lernen würden, dass der einzig sichere Ort für die jüdische Nation in Israel sei. "Der Ruf des 'großen Schofar' erklingt und ruft europäische Juden zur Heimkehr nach Zion nach 2000 Jahren Exil. Ich bete, dass sie seinen Ruf rechtzeitig hören werden."