Importierter Antisemitismus?

In Österreich und Deutschland kommen täglich Tausende Flüchtlinge an. Es wird ihnen oft pauschal Antisemitismus vorgeworfen. Sind diese Hilfesuchenden antisemitischer als die Österreicher und Deutschen anno 1945?

 

 

von Samuel Laster und Alexandra Hahlweg                        30.09.2015

 

Mehrmals am Tag erreichen uns Nachrichten der Helfer an den Bahnhöfen: Decken werden benötigt, Jacken und andere Textilien, wie auch freiwillige Helfer und Übersetzer. Auffallend oft wird nach heimischen SIM-Karten für Mobiltelefone verlangt. Die Flüchtlinge sind oft Angehörige der Mittelschicht, gut gebildet und mobil. Den Flüchtlingen pauschal antisemitische Vorurteile zu unterstellen, wie es die Ghostwriter des Präsidenten der jüdischen Gemeinde in Wien Oskar Deutsch taten, ist ein wenig verzerrend. "Die Leute sind nicht geprägt von Hass, sie sind unseren Helfern sehr, sehr verbunden", berichtet zum Beispiel Shachar Zahavi von IsraAid.

 

 

Die israelische Hilfsorganisation ist seit mehr als einem Monat zwischen Kroatien und Lesbos bemüht Menschen das Leben zu retten. Wenn einmal das rettende Ufer oder gar eine sichere Bleibe erreicht ist, werden die Alltagsprobleme überwiegen. Antisemitismus in muslimischen Millieus ist nur lückenhaft erforscht. Eine pauschale Verurteilung der Flüchtlinge scheint übereilt.

Die kleinen gut organisierten Teams von IsraAid oder Joelle Weil in Zürich, die haufenweise Kartons mit Dingen sammelt, die Flüchtlinge so brauchen, sind Beispiele für "Werte" auf die sich der Präsident der IKG so gern beruft. IsraAid jede Hilfe zu versagen und lediglich die Befürchtungen einiger Gemeindemitglieder vor dem Hass der Flüchtlinge zu manifestieren, scheint da zu wenig. Ein echtes Zugehen auf die Flüchtlinge täte da Not. Es ist keine Garantie dafür gegeben, dass der Antisemitismus sich deshalb vermindert. Gegenteilige Beweise gibt es bisher aber auch nicht. Die Menschlichkeit zu exportieren ist eine mögliche Alternative zum "importierten Antisemitismus".

 

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