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Beteiligung palästinensischer Fußballspieler an Terroraktivitäten

Quelle: Aussenministerium Jerusalem

1. Sameh Marraba (geb. 1992, Bild ), Wohnsitz in Qalqiliya (Westjordanland)

Sameh Marraba ist ein Fußballspieler des Alnady-Fußballclubs in Qalqiliya sowie Mitglied der palästinensischen Fußballnationalmannschaft. Er wurde am 28. April von Israel am Grenzübergang Allenby wegen seiner Mitwirkung an Terroraktivitäten verhaftet.

Anfang 2014 wurde Talal al-Baz, ein früherer Vorsitzender des Alnady-Fußballclubs in Qalqiliya, von Muaid Shreim, dem Präsidenten des vom palästinensischen Fußballverband finanzierten Qalqiliya Sportclubs und Leiter der Nady Alislamy Fußballmannschaft, kontaktiert . Talal war ein zu lebenslänglicher Haft verurteilter Hamas-Kämpfer, der aber 2011 im Gefangengenaustausch gegen Gilad Shalit frei kam und nach Qatar ausgewiesen wurde.

Muaid ersuchte Talal um Hilfe bei der Herstellung eines Kontakts zwischen der Qalqiliya Fußballmannschaft und der Alsad-Mannschaft in Qatar sowie um Übermittlung finanzieller Hilfe an den Qalqiliya-Spieler Sameh Marraba. Muaid unternahm all dies im Wissen, dass die palästinensische Mannschaft in ein Trainingslager nach Katar gehen würde.

Im April 2014 wurde Sameh von Muaid gebeten, sich bei seiner Ankunft mit der Mannschaft in Qatar mit Talal al-Baz zu treffen und diesen um finanzielle Unterstützung sowie ein Mobiltelefon für Muaid zu bitten. Sameh erhielt von Muaid eine Telefonnummer, um Kontakt mit Talal aufnehmen zu können. Sameh wurde mitgeteilt, dass er Talal unter Verwendung eines anderen Namens identifizieren solle. Ferner solle er bei seiner Rückkehr ins Westjordanland mitteilen, dass das Geld vom Baka’a-Club stamme. Es wurde ihm auch gesagt, dass seine Gespräche mit Talal geheim bleiben sollten. Sameh ging auf Muaids Anweisungen  ein.

Während seines Aufenthalts in Qatar im April 2014 traf sich Sameh mit Talal und berichtete ihm über Muaids Wünsche. Er teilte ihm auch seine finanzielle Lage mit und bat um Geld, das die Sportmannschaft ihm schuldig wäre. Talal versprach, dass er Sameh zwei Mobiltelefone geben würde – eines für ihn und eines für Muaid. Während dieser Zeit traf sich Sameh zwei Mal mit Talal. Bei diesen Treffen erhielt Sameh 6000 Dollar und 3000 Qatar-Riyal (824 USD). Er bekam auch eine E-Mail-Adresse, über die Muaid Talal kontaktieren konnte, um Geld zu erhalten, und er erfuhr, wie Talal zu kontaktieren sei, ohne ihn zu enttarnen. Talal versprach Sameh auch finanzielle Hilfe für sein Studium.

Am 28. April 2014 wurde Sameh Marraba auf israelischer Seite am Grenzübergang Allenby verhaftet. Er hatte 5665 Dollar bei sich sowie zwei Mobiltelefone und ein Blatt Papier mit den von Talal vorgesehenen Kontaktmöglichkeiten mit Muaid.

Während der Vernehmung gab Sameh zu, verstanden zu haben, dass das Geld vermeintlich für ihn aufgrund seiner Mitgliedschaft im islamischen Fußballclub gedacht war, dass es sich aber tatsächlich um Geldmittel für die Hamas handelte, und er von Muaid als Bote für die Hamas benutzt  wurde. Sameh hatte seine Bedenken Muaid gegenüber zum Ausdruck gebracht. Dieser hatte ihn aber beschwichtigt und ihn angewiesen, eine Geschichte zu erzählen, nämlich dass er das Geld von jemand anderem – den Besitzern des Al-Baqa’a Fußballclubs in Jordanien – erhalten habe, zu denen Sameh angeblich geschickt worden war, um für deren Mannschaft zu spielen.

Sameh wurde vom Samaria (Westjordanland)-Militärgericht als Ergebnis der Verständigung im Strafverfahren für den Tatbestand der Einbringung feindlicher Mittel in das Gebiet zu acht Monaten Haft, zu einer bedingten Verurteilung zu weiteren 18 Monaten Haft und zu einer Geldstrafe von 4000 NIS oder weiteren vier Monaten Haft verurteilt. Das Gericht ordnete die Beschlagnahme  des Geldes und der zwei Mobiltelefone an, die zum Zeitpunkt von Samehs Verhaftung konfisiziert  worden waren.

2. Omar Abu Rwes (geb. 1989), Bewohner des Amari-Flüchtlingslagers (Westjordanland)

Omar Abu Rwes, Mitglied der palästinensischen Fußballnationalmannschaft und Wächter beim Roten Halbmond, wurde am 20. Februar von Israel verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, Mitglied einer militärischen Zelle zu sein, die in die Planung und Durchführung von Terrorangriffen involviert ist.

Abu Rwes war seit 2009 bis zu seiner Verhaftung im Jahr 2012 in einer militärischen Zelle aktiv, die als al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden identifiziert wurde. Abu Rwes plante zusammen mit anderen eine Reihe von Anschlägen auf IDF-Truppen in Fahrzeugen, an Kontrollstellen und an Aussichtspunkten.

2010 plante Abu Rwes mit anderen Mitgliedern der Zelle einen Angriff auf einen IDF-Wachturm am Kalandia-Übergang (Checkpoint) . Der Angriff scheiterte aufgrund des Eintreffens von israelischen Truppen vor Ort. Ein weiterer geplanter Anschlag – ein bewaffneter Anschlag auf IDF-Soldaten im Amari-Flüchtlingslager – erfolgte nicht, weil die Soldaten nicht im Lager eintrafen.

Im Januar 2012 planten Abu Rwes und ein weiterer Terrorist, bewaffnet mit zwei  Kalaschnikow-Maschinengewehren, erneut einen Angriff auf IDF-Truppen, die im Amari-Flüchtlingslager ankommen sollten. Abu Rwes und andere Mitglieder der Zelle bemerkten das Eintreffen eines IDF-Konvois im Lager und eröffneten das Feuer auf die Fahrzeuge. Eines der Fahrzeuge wurde getroffen, aber keiner der vier darin befindlichen Soldaten wurde verletzt. Im Anschluss daran half Abu Rwes beim Verstecken der Waffen, die für den Angriff verwendet worden waren.

Omar Abu Rwes wurde nach seinem eigenen Geständnis von einem Militärgericht in Judea (Westjordanland) verurteilt. Bei der Verständigung im Strafverfahren verurteilte das Gericht Abu Rwes der Mitgliedschaft in einer militärischen Zelle, die die Durchführung von bewaffneten Angriffen auf israelische Sicherheitskräfte zum Ziel hatte. Abu Rwes wurde zu neun Jahren Haft sowie zu bedingten Verurteilungen von 48 Monaten für den Tatbestand der Gefährdung von Menschenleben, zu 36 Monaten für den Besitz illegaler Waffen sowie zu 24 Monaten bedingter Haft verurteilt. Außerdem wurde Abu Rwes vom Gericht mit einer Geldstrafe von 10.000 NIS oder einem weiteren Jahr Haft belegt.

3. Waheeb Alqam (geb. 1987, siehe Ausweisbild ), Wohnsitz in Beit Ummar (Westjordanland)

Waheeb Alqam, Spieler der lokalen Beit Ummar Fußballmannschaft, wurde im August 2014 verhaftet. Bei seiner Vernehmung gab er zu, dass er und seine Freunde 2012 im Auftrag der Hamas in Militäruniformen verkleidet und mit bedeckten Gesichtern im Ort ein Schild aufgehängt und Parolen an die Wände geschrieben hatten. Im Juli 2014 hatte er sich mehrmals an Übergriffen gegen IDF-Truppen beteiligt und Steine mit der Absicht geworfen, IDF-Soldaten damit zu verletzen. Im gleichen Monat hatte er IDF-Soldaten mit einem Molotowcocktail beworfen. Waheeb Alqams Verhandlung läuft noch, er wurde noch nicht verurteilt.

4. Ahmed Sheikh Ibrahim (geb. 1987), Bewohner des Aqbat Jaber Flüchtlingslagers (Westjordanland)

Ahmed Sheikh Ibrahim spielte in der Aqbat Jaber Fußballmannschaft und war im Jahr vor seiner Verhaftung im Februar 2012 auch Spielertrainer . 2007 und 2009 spielte er in zwei Fußball-Playoffs in Jordanien, die vom palästinensischen Fußballverband finanziert wurden, und nahm 2011 an einem Trainerkurs in Bethlehem teil, der von einem Trainer aus dem Ausland geleitet wurde.

Bei seiner Vernehmung gab Ahmed Sheikh Ibrahim zu, dass er von 2010 bis 2011 bei mehr als zehn Übergriffen gegen IDF-Truppen an systematischen Störungen der öffentlichen Ordnung teilgenommen hatte, darunter das Werfen von Molotowcocktails, das Bewerfen von Militärfahrzeugen mit Steinen und die Absperrung von Straßen. Bei zwei seiner Brandbombenangriffe wurden Fahrzeuge beschädigt.

Ahmed Sheikh Ibrahim wurde vom Militärgericht in Judea bei einer Verständigung im Strafverfahren für den Tatbestand des Werfens von Brandsätzen und anderen Gegenständen auf Personen oder Eigentum verurteilt. Das Gericht verurteilte ihn zu 30 Monaten Haft, zwölf Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 6.000 NIS oder weiteren sechs Monaten Haft.

5. Mahmoud Sarsak (geb. 1987), wohnhaft in Rafah, Gazastreifen

Mahmoud Sarsak ist ein Spieler der palästinensischen Fußballnationalmannschaft. Er wurde im Juli 2009 wegen seiner Beteiligung an Terroraktivitäten verhaftet. Bei seiner Vernehmung bestritt er die Anschuldigungen, gestand aber bei einem rechtlichen Gehör während seiner Haft im März 2012, in der Vergangenheit für die Terrororganisation Islamischer Dschihad aktiv gewesen zu sein.

Nach seiner Freilassung traf sich Mahmoud Sarsak im August 2012 (gemäß der Sport-Seite von Radio al-Aqsa) mit Khaled Mashal, dem Leiter des Politbüros der Hamas. Bei dem Treffen war Abed Alsalam Heniya, Mitglied des Hohen Rates für Jugend und Sport, mit dabei, der Sarsak für seine Standhaftigkeit in den Gefängnissen der „Besatzung“ lobte und seinen Wunsch ausdrückte, dass er zum Fußballspiel zurückkehren möge. Sarsak dankte Mashal für das Treffen und bat ihn, sich weiterhin um die Freilassung aller Gefangenen in den israelischen Gefängnissen zu bemühen.

Logo des Fußbalbundes der Palästinensischen Autonomie, drssen  Chef Jibril Rajoub ist...

6. Verbindung zwischen ausländischen Sportdelegationen und Terroristen in der PA und im Ausland

2014 gab es 27 Ansuchen um eine Zulassung von Mannschaften und Delegationen zu Sportveranstaltungen in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde. Sie wurdsen genehmigt. Aus 288 Ansuchen wurde 276 Ausländern der Zugang gewährt.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2015 wurden fünf Ansuchen um Zugangsgenehmigung für Mannschaften und Delegationen zu Sportveranstaltungen der PA vorgebracht und genemigt. Aus 113 Ausländern erhielten 96 eine Zugangsgenehmigung.

Während die meisten Zugangsansuchen gewährt wurden, wurde der Zugang für Besucher mit Verbindungen zu terroristischen Elementen in der PA oder im Ausland nicht gewährt.