Regierungsbeschluss zur Ausgabe von Cannabis

16. Dezember 2013 · 

Foto: scottchanDie israelische Regierung hat am vergangenen Sonntag die Ausgabe von medizinischem Cannabis durch Apotheken genehmigt. Damit folgte die Regierung dem Vorschlag, der von Seiten des Gesundheitsministeriums, des Landwirtschaftsministeriums und des Ministeriums für innere Sicherheit eingebracht wurde.

Durch die Abgabe in Apotheken soll zukünftig verhindert werden, dass Patienten sich wie bisher an einen Produzenten binden. Stattdessen müssen Cannabis-Produzenten die Pflanzen an eine Zentrale liefern, wo diese gewogen und an die Abgabestellen im ganzen Land weiter verschickt werden.

Die neuen Vorschriften sehen außerdem vor, dass zehn weitere Ärzte im Land eine Lizenz zur Verschreibung von Cannabis erhalten sollen, zusätzlich zu den 21 Ärzten, meist Schmerztherapeuten und Onkologen, die bereits über eine solche Genehmigung verfügen.

Etwa 14.000 Patienten in Israel konsumieren derzeit Cannabis unter ärztlicher Aufsicht. Die meisten dieser Patienten leiden unter Krebs, Aids, Entzündungen im Darm oder Parkinson. Vermehrt wird Cannabis auch zur Behandlung von posttraumatischen Syndromen eingesetzt. Die Zahl der Verschreibungen wächst von Jahr zu Jahr und wird Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2018 auf etwa 40.000 ansteigen.

Der medizinische Einsatz von Cannabis in Israel gilt als einzigartig. Zurzeit gibt es acht lizenzierte Produzenten im Land, die mehrere Dutzend verschiedene Arten der Pflanze anbauen. Je nach Krankheit und Krankheitsstadium werden gezielt bestimmte Sorten von den Produzenten zur Behandlung empfohlen und ausgebeben. Auch Art und Zeitpunkt der Einnahme werden in der Regel auf Grundlage der Produzentenempfehlungen festgelegt.

(Haaretz, 15.12.13)