Wollen wir warten bis aus Hetze Mord wird?

In Wien wird gegen Israel gehetzt und für die Hamas gespendet

von Samuel Laster

Gestern um 17:00 gab es vor der Wiener Staatsoper einen angemeldeten Flashmob für Gaza mit ca. 150-200 Personen, zu welchen die Facebookgruppen „Austrian activists for Palestine“ und „Palästinensische Jugend Österreich“ aufgerufen haben. Im Stile des Living Theatre wurde eine Art Straßentheater aufgeführt, bei dem böse israelische Soldaten palästinensische Männer, Frauen und Kinder kaltblütig erschießen. Als Schauspieler fungierten Jugendliche, die mit zum Teil selbstgebastelten Requisiten verschiedenste Rollen einnahmen.

Weder die Raketenabschussrampen der Hamas, noch der Missbrauch der Zivilbevölkerung in Gaza als menschliche Schutzschilder, waren Thema des Schauspiels. Auch das unterirdische Gaza wurde nicht gezeigt. Terroristen, Hamas-Kämpfer, Märtyrer oder wie immer man diese bewaffneten „heiligen Krieger“ nennen will, die am liebsten von Schulen und Krankenhäuser Raketen abfeuern und die aus diversen Tunnel kriechen um Anschläge zu verüben,  sie kamen einfach nicht vor.

Die Jugendlichen, die israelische Soldaten verkörperten, trugen blauweiße Armbinden mit Davidsternen und hatten eine schwarze Kriegsbemalung. Die Armbinden erinnerten sehr stark an die Armbinden der Kapos in den Konzentrationslagern. Juden und Jüdinnen mit Armbinden und Davidsternen zu kennzeichnen war schon eine Spezialität der Nazis, deren massenhafte Vernichtungswünsche die Hamas in ihrer Charta fortführt.

Die freie Meinungsäußerung ist in Österreich sehr weit gefasst, wenn es um die Grenze zwischen Israelkritik und Antisemitismus geht. Was ist eine Meinung oder ein politisches Statement und wo beginnt die Hetze?

Viele Organisationen, die beispielsweise in Deutschland verboten sind, wie die PKK, IHH, aber auch Vereine die direkt mit der Hamas zu tun haben, sind in Österreich völlig legal und können auf eine breit gefächerte Infrastruktur zurückgreifen.

Ein einziger Polizeiwagen war vor Ort, vier Polizisten saßen drin. Die Einschätzung der Gefahr durch das „Bundesamt für Verfassungsschutz“ war eher etwas fürs Poesiealbum. Was wäre passiert, wenn jemand mit Kippa oder einem Davidstern um den Hals zufällig bei dieser Demonstration vorbeigekommen wäre? Oder was wäre passiert, wenn der „friedliche israelkritische“ Flashmob in eine unkontrollierbare Gewaltorgie ausgeufert wäre? Wie hätten die vier anwesenden Polizisten wohl vorbeikommende Passanten beschützt? 

Österreichs Innenministerin und ihre Beamten haben eine eigenwillige Sicherheitseinschätzung, wenn es um die Sicherheit von Juden und Jüdinnen geht. Es gab in Österreich in der Vergangenheit antisemitische Anschläge von arabischen Terroristen mit mehreren Toten. Die Hetze, wie sie am Sonntag in Wien sichtbar wurde, erzeugt ein Klima das dem Terror Vorschub leistet. Wird Österreichs Politik erst reagieren, wenn es wieder Tote gibt?