Mit Sicherheit ein Skandal

Wie die jüdische Gemeinde Wiens das Leben ihrer Mitglieder riskiert und ihre verdienten Sicherheitsleute betrügt  

von Alexandra Hahlweg und Samuel Laster, 17.12.2015

Unsicherheit erfaßte die Gemeinde zu Chanukka: Die traditionelle Chanukkia von Chabad Lubawitsch sollte diesmal nicht wie jedes Jahr am Stephansplatz  erleuchtet werden. Schon eine Woche vor Chanukka „berichtete“ eine Journalistin in ihrem Blog „Jüdisches Leben“ in der Wiener Zeitung, dass es aus Sicherheitsgründen keine Chanukkia geben würde. Die Verfasserin der Falschmeldung schreibt im Sinne der Führung der IKG weichgespülte Fließbandtexte, die oft nichts anderes sind als plumpe PR. Die Schreiberin ist Angestellte der Hauszeitung der IKG, die fast so unabhängig ist, wie früher die Prawda von der KPdSU. Recherche war gestern, gezielte Fehlinformation ist heute scheinbar Realität.

Chabad lässt sich von der IKG nichts verbieten

Natürlich wurde die Chanukkia aufgestellt, an acht Abenden wurden jeweils um 19 Uhr die  Lichter gezündet.  Am letzten Sonntag, als das achte Licht gezündet wurde, kamen 30  mutige Leute, denn Security war keine da  und auch keine Polizei.

Chabad-Chanukkia 2015 , Stock im Eisen Platz Wien (c)die jüdische

Betrug an den Sicherheitsleuten, die offiziell keine sind

Die im Dienste  der jüdischen Gemeinde stehenden Sicherheitsleute sollen schon seit Jahrzehnten um einen Teil ihres Lohnes geprellt worden sein. Wir haben dafür mehrfach Belege und führten zahlreiche Gespräche, die ein düsteres Sittenbild zeigen: Die Überstunden werden nur mit einer lächerlichen Pauschale abgegolten. Die Sicherheitsleute werden mit Berufstiteln  wie  „Portier“ und  ähnlichen Beschreibungen versehen, um den ihnen zustehenden Kollektivvertrag zu vermeiden. Eine Indexanpassung der Löhne gab es schon seit mindestens 8  Jahren nicht. Als die Sicherheitsleute  dagegen protestierten,  verweigerte Präsident Oskar Deutsch zunächst das Gespräch. Als dann doch ein Gespräch mit   „Ehrenpräsident“ Ariel Muzicant zustande kam, schrie dieser die verdutzten Sicherheitsleute an. Die Sicherheitsmänner  der jüdischen Gemeinde nahmen sich einen Anwalt und schalteten die Arbeiterkammer ein. Sie bleiben weiter standhaft und sind furchtlos. „Es geht nicht nur ums Geld, sondern hauptsächlich um unsere Würde“, sagte  uns ein Sprecher. 


Herzlich  wenn es Geld gibt , ausbeuterisch zu den eigenen Untergebenen - Oskar Deutsch (links)  mit "Hanni" Mikl Leitner (rechts) . (c) Facebook

Das Geschäft mit der Sicherheit

In den kommenden drei Jahren zahlt das Innenministerium  1,2 Millionen Euro jährlich für die Sicherheit der jüdischen Gemeinde. Auch Ariel Muzicant ist erfolgreich im Sicherheitsgeschäft:  Er erhielt  ein Budget von 5 Millionen Euro vom European Jewish Congress für die Sicherheit in Europa. Terror ist offenbar gut fürs Geschäft,  das Schüren von Angst fördert den Umsatz.

Ariel Muzicant, Paul Chaim Eisenberg, Johanna Mikl-Leitner, Oskar Deutsch, Gad Fischman - einer der Hauptverantwortlichen für den Skandal und Leiter der Sicherheitskommission der IKG, alle von links nach rechts. (c) Facebook

Mit dem Argument, dass es gefährlich ist über Sicherheit zu sprechen oder gar zu schreiben,  lässt sich bequem jede Diskussion abwürgen. Intransparenz damit die handelnden Autokraten weiter ihr Geschäft betreiben können?  Fortsetzung folgt!