„Die Reichen sind ja nicht deppert"*

Die IKG entließ einen Mitarbeiter während eines Arbeitskampfes 

 

von Alexandra Hahlweg und Samuel Laster, 11.1.2016

 
Donnerstagabend gegen 19 Uhr eine Szene, wie geschaffen für einen drittklassigen Mafiafilm. Der "Pate" Ariel Muzicant gab dem Mann, der ihn drei Jahre lang regelmäßig beschützte und notfalls sein Leben für den Schutz des Immobilienhändlers gegeben hätte, zum ersten Mal die Hand. "Ich brauch dich morgen nicht mehr", sagte er trocken. Daraufhin wurde der Sicherheitsmann in die Zentrale der jüdischen Gemeinde gebeten, wo ihm seine Waffe abgenommen wurde. Fristlose Entlassung. Begründung: "Vertrauensbruch". Sonst kein Wort, keine Geste, nicht einmal der Versuch Höflichkeit vorzuheucheln oder gar Wertschätzung auszudrücken.
 
Wenn der Kampf um faire Entlohnung "Vertrauensbruch"und "Raffgier" heißt
 
Der Hintergrund - auch hier nachzulesen - ist freilich, dass die Sicherheitsleute entdeckten, dass es rund um ihre Anstellungen zahlreiche rechtliche Ungereimtheiten gibt und sie dadurch beispielsweise jahrelang um einen Teil ihres Lohns geprellt wurden. Nun kämpfen sie entschlossen - mit Hilfe eines Anwaltes  und mit Unterstützung der Arbeiterkammer - gegen die unglaublichen Zustände an.  
 
Die IKG, die Hunderttausende Euro jährlich für teure Anwälte ausgibt, will nicht nachgeben. Mit der Entlassung am Donnerstagabend wollte man offenbar ein Exempel statuieren und - ganz "mafialike"- Angst verbreiten, um den Arbeitskampf im Keim zu ersticken. Ariel Muzicant, der bevor der Kampf begann, immer wieder die Professionalität und die Loyalität der Sicherheitsleute lobte, entdeckte den grausamen Manchesterkapitalisten in sich und soll hinter den Kulissen einer der "Scharfmacher" sein.
 
Derzeit werden Lügen verschiedenster Art über die Sicherheitsleute verbreitet, in der letzten Kultusratsitzung wurden sie gar als "raffgierig" bezeichnet, der Arbeitskampf kleingeredet und als für "so gut wie beendet" erklärt. Unseren Informationen zufolge rief Ehrenpräsident Muzicant seine Getreuen außerdem dazu auf, jegliche Berichterstattung über den Fall in ein schiefes Licht zu rücken.
 
Immobilienhändler und Funktionär mit erheblicher sozialer
Kälte - Ariel Muzicant (c) Facebook
 
Die Leute von "Chaj!" sind im Moment offenbar die einzig echte Opposition im Kultusrat, sie sind die Einzigen, die überhaupt nachfragen - während Sonia Feiger von "Initiative Respekt" und IKG-Vizepräsident Chanan Babacsayv zum Thema "Arbeitskampf der Sicherheitsleute" in der Kultusratsitzung offenbar nur einfällt, wie man "die jüdische" am besten verklagen und mundtot machen könnte.
 
Die soziale Kälte der "Großkopferten"
 
In der Vergangenheit waren es stets Millionäre, die die IKG anführten und sogar Milliardärinnen versuchten politisch Einfluss zu nehmen. Das Gehabe dieser "Großkopferten" lässt darauf schließen, dass ihnen jegliches Gefühl für den "kleinen" Mann und die "kleine" Frau ihrer Gemeinde fehlt.
 Sie können es sich nicht vorstellen, wie es für einen frommen Mann in ihrer Gemeinde ist, wenn dieser - vor den hohen Feiertagen - beim Hofer in der Warteschlange vor der Kassa überlegt, ob er sich 2 Packungen Weintrauben zu je 68 Cent oder doch nur eine Packung für seine Kinder kaufen kann. Sie können es sich nicht vorstellen, wie es für einen Sicherheitsmann ist, wenn er sie unter Einsatz seines Lebens schützt und dabei um einen Teil seines ihm zustehenden Lohnes geprellt wird.  Anstatt die Sicherheitsleute angemessen zu bezahlen, werden lieber teure Anwälte bezahlt  - Muzicants Schwiegersohn ist einer davon.
 
Die Führung der IKG ist nicht mehr tragbar. Das System Muzicant alias Deutsch muss ebenso  in den Ruhestand geschickt werden, wie sein verdienstvoller Schöpfer. Neuwahlen sofort!
 
  
 
Interessantes am Rande
 
Eine IKG-Journalistin rief nach unserem letzten Text einen Sicherheitsmann an, beschwerte sich über uns und wollte ihm (wie auch schon bei einem Gespräch zuvor) verbieten mit uns zu sprechen. Außerdem soll Frau W. ganz aufgebracht noch verschiedenste Drohungen geäußert haben. Wen wundert es da, dass man im "Wina", das angeblich 500.000 Euro kostet (über die genauen Zahlen an anderer Stelle mehr), nichts über den Kampf der Sicherheitsleute lesen kann.
 
An dieser Stelle möchten wir festhalten, dass wir immer gründlich recherchieren und immer viele verschiedene Quellen und InformantInnen haben (in diesem Fall auch schriftliche Unterlagen), bevor wir etwas schreiben, außerdem würden wir niemals einen Informanten oder eine Informantin preisgeben - geschützt werden wir rechtlich durch das Redaktionsgeheimnis.
 
GröSiaZ Fischman - der größte Sicherheitsmann aller Zeiten
 
Gad Fischman, der Leiter der Sicherheitskommission, beweinte im geschlossenen Teil der Sitzung vom 21.12.2015 vor dem Kultusrat sein trauriges Schicksal mit den Worten: "Ich bin hier der Hauptbetroffene!" Außerdem soll angeblich weder sein Name, noch ein Foto von Fischman seit 10 Jahren veröffentlich worden sein. 
 
GröSiaz Gad Fischman- eine Mischung zwischen James
Bond (Eigendarstellung) und Mister Bean (Fremdwahrnehmung)
(c) Facebook
 
Dazu möchten wir anmerken, dass das gemeinte Foto von der Facebook-Seite "Oskar Deutsch" stammt und dort seit März 2015 online war. Herr Fischman kam in unserem Text einzig in der Bildbeschreibung als "einer der Hauptveranwortlichen" für den Sicherheitsskandal vor.
 
*Zitat von Ariel Muzicant in der Presse, 11.01.2013