Schweizer Juden feiern 150 Jahre Gleichberechtigung

Der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Ammann eröffnete gestern in Bern die Feierlichkeiten zu 150 Jahren Gleichberechtigung der Schweizer Juden. Das Jubiläum wird das ganze Jahr hindurch mit einer Wanderausstellung und Veranstaltungen gefeiert. Bis Ende Februar gastiert die Ausstellung im Berner Kornhausforum.

 

„Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger haben unser Land in den letzten 150 Jahren entscheidend mitgeprägt.“ Mit diesen Worten eröffnete Bundespräsident Johann Schneider-Ammann heute im Berner Kornhausforum vor rund 300 Gästen das Jubiläumsjahr zu 150 Jahren Gleichberechtigung der Schweizer Juden.

Insbesondere betonte Bundespräsident Schneider-Amman, dass Integration nicht verlange, dass alle Bürgerinnen und Bürger uniform seien. „Viel wichtiger ist es, dass alle Menschen dieses Land als ihre Heimat empfinden können, ohne die eigenen Werte aufzugeben. Diese Offenheit hat unser Land stark gemacht.“

Vor 1866 hatten die Juden in der Schweiz keine Rechte. Erst mit der Teilrevision der Bundesverfassung von 1866 wurden ihnen die Niederlassungsfreiheit und die volle Ausübung der Bürgerrechte gewährt.

Seit der Gleichberechtigung sei die Geschichte der Schweizer Juden eine Erfolgsgeschichte, sagte Präsident Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds in Bern: „Wir sind heute nicht einfach gut integriert - wir sind ein integraler Bestandteil dieses Landes und dieser Gesellschaft geworden. Heute gestalten die rund 18000 Schweizer Jüdinnen und Juden Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur mit.“

Künstler aus den verschiedensten Sparten zeigten an dem Anlass einen Überblick über aktuelles jüdisches Kulturschaffen. Auf der Bühne standen die berühmte Sängerin Noëmie Nadelmann, der Jazzer Omri Ziegele, World-Musiker Omri Hason, Slam Poetin Lea Gottheil, Mike Maurers Alphorn Experience und das Performance Künstlerduo Veli & Amos.

Das 150 Jahre-Jubiläum wird das ganze Jahr hindurch mit einer Wanderausstellung gefeiert. Darin zeigen Portraits des Fotografen Alexander Jaquemet die Vielfalt der hiesigen Juden, ein Animationsfilm erzählt die Geschichte der Juden in der Schweiz in drei Minuten. Die Ausstellung ist noch bis Ende Februar im Kornhausforum Bern zu sehen und geht danach auf Wanderschaft durch das ganze Land. Realisiert und konzipiert wurde die Ausstellung vom Berner Kornhausforum in Zusammenarbeit mit dem SIG. Das Rahmenprogramm der Ausstellung thematisiert Aspekte jüdischer Geschichte, Kultur und Identität.