Zehn tödliche Lügen über Israel

Von RON DERMER

Übersetzung: Maria Kallenberg

Ron Dermer

Während israelische Bürger von palästinensischen  Terroristen niedergemacht werden, wird auch die Wahrheit über den israelisch-palästinensischen Konflikt von einer Kampagne bösartiger Lügen niedergemacht. Hier sind zehn der schädlichsten Mythen über die gegenwärtigen Angriffe:

Erstens: Israel versucht, den Status Quo auf dem Tempelberg zu ändern.

Falsch. Israel erhält den Status Quo auf dem Tempelberg streng aufrecht. Letztes Jahr haben etwa 3,5 Mio. Muslime neben etwa 200.000 Christen und 12.000 Juden den Tempelberg besucht. Nur Muslime dürfen auf dem Berg beten, und Nicht-Muslime dürfen ihn nur zu speziellen Zeiten besuchen, die sich nicht geändert haben.  Obwohl der Tempelberg der heiligste Ort des Judentums ist - wo Salomon vor etwa 3.000 Jahren seinen Tempel errichtet hat - wird Israel keine Änderung im Status Quo erlauben. Die einzigen, die versuchen, den Status Quo zu ändern, sind Palästinenser, die gewaltsam versuchen, Juden und Christen davon abzuhalten, einen allen drei Glaubensrichtungen heiligen Ort auch nur zu besuchen.

Zweitens: Israel strebt danach, die Al-Aqsa-Moschee zu zerstören.

Falsch: Seit der Wiedervereinigung Jerusalems 1967 hat Israel die heiligen Orte aller Glaubensrichtungen energisch geschützt, inklusive Al-Aqsa. Im Nahen Osten, wo militante Islamisten sowohl Kirchen, Synagogen, Orte des Weltkulturerbes als auch sich gegenseitig ihre Moscheen entweihen und zerstören, ist Israel der einzige Garant von Jerusalems heiligen Orten. Palästinenser propagieren den "Al-Aqsa ist in Gefahr"-Mythos seit mindestens 1929, als die palästinensische Ikone, der Großmuft von Jerusalem Haj Amin al-Husseini, sie benutzte, um das Massaker an Juden in Hebron und anderswo zu inspirieren. Fast ein Jahrhundert später ist die Moschee immer noch unbeschädigt, aber die Lüge hält sich hartnäckig.

Drittens: Ein kürzlicher Anstieg im Siedlungsbau hat die gegenwärtige Gewaltwelle ausgelöst.

Falsch. Der jährliche Bau in den Siedlungen ist im Lauf der letzten 15 Jahre erheblich zurückgegangen. Unter Premierminister Ehud Barak (2000) wurden in den Siedlungen 5.000 neue Einheiten gebaut; unter Premierminister Ariel Scharon (2001-05) ein Durchschnitt von 1.881; unter Premierminister Ehud Olmert (2005-08) 1.774. Alle drei wurden als Friedensstifter gefeiert. Was ist mit Premierminister Benjamin Netanjahu (2009-15)  Nur 1.554. Kein Anstieg.

Viertens: Präsident Abbas sagt, dass Israel den unschuldigen Palästinenser Ahmed Manasra "hingerichtet" habe.

Falsch: Manasra ist weder unschuldig noch tot. Er hat auf einen 13-jährigen jüdischen Jungen eingestochen, der Rad fuhr. Manasra ist aus demselben Krankenhaus entlassen worden, in dem sein Opfer weiterhin um sein Leben kämpft.

Fünftens: Israel wendet im Umgang mit Terrorangriffen exzessive Gewalt an.

Falsch: Gewalt anzuwenden, um einen Angriff durch einen Schusswaffen, Messer, Hackebeil oder Axt schwingenden Terroristen zu stoppen, ist legitime Selbstverteidigung. Israelische Polizisten unterliegen strengen Regeln, die die Anwendung tödlicher Gewalt bestimmen, welche nur in lebensbedrohlichen Situationen erlaubt ist. Welches Verhalten würde die amerikanische Öffentlichkeit von seiner Polizei gegenüber Terroristen erwarten, die sowohl Passanten als auch Polizisten erstechen?

Sechstens: Die gegenwärtige Gewalt ist das Ergebnis von Stagnation im Friedensprozess.

Falsch: Israel hat den schlimmsten Terrorismus seiner Geschichte u.a. dann erlebt, als der Friedensprozess auf seinem Höhepunkt war. Der Grund für palästinensischen Terrorismus ist weder Fortschritt noch Stagnation im Friedensprozess, sondern der Wunsch der Terroristen, Israel zu zerstören.

Siebtens: Präsident Abbas ist eine gemäßigte Stimme.

Falsch: Abbas sagte am 16. September, dass er "jeden Tropfen Blut, das in Jerusalem vergossen wird", willkommen heißt. Abbas hat keinen einzigen der 30 Terrorangriffe auf Israelis im Laufe des letzten Monats verdammt. Er und seine Fatah-Bewegung benutzen weiterhin das Internet und die Ätherwellen, um die Palästinenser zu noch mehr Gewalt anzustacheln.

Achtens: Es ist internationale Handlung erforderlich, um den Status Quo auf dem Tempelberg durchzusetzen.

Falsch. Israel setzt den Status Quo durch. Die internationale Gemeinschaft kann am effektivsten helfen, indem sie die Wahrheit sagt und Israels bewiesene Bereitschaft, den Status Quo aufrecht zu erhalten, bestätigt. Sie kann auch helfen, indem sie Abbas für seine verlogene Rhetorik bezüglich des Tempelbergs zur Rechenschaft zieht.

Neuntens: Der Grund dafür, dass der Konflikt und die Gewalt andauern, ist, dass die Palästinenser keinen Staat haben.

Falsch: Die Palästinenser haben es wiederholt abgelehnt, einen Nationalstaat für sich selbst zu akzeptieren, wenn das die Akzeptanz eines Nationalstaates für das jüdische Volk neben sich bedeutet. 1937 lehnten die Palästinenser den Peel Commission-Bericht ab, der zwei Staaten für zwei Völker forderte, sie lehnten den Teilungsplan der U.N.  ab, der dasselbe tat. Im Jahr 2000 in Camp David und wieder im Jahr 2008 lehnten die Palästinenser neue Vorschläge, die einen palästinensischen Staat geschaffen hätten, ab. Die Palästinenser haben Frieden sowohl vor als auch nach der Schaffung Israels abgelehnt, bevor Israel 1967 Kontrolle über die Territorien erlangte und nachdem Israel Gaza 2005 verließ. Die Palästinenser waren immer mehr damit befasst, den jüdischen Staat zu zerstören, als ihren eigenen Staat zu schaffen. Der Kern des Konflikts bleibt die hartnäckige Weigerung der Palästinenser, den Nationalstaat des jüdischen Volkes  anzuerkennen, egal in welchen Grenzen.

Zehntens: Der palästinensische Terrorismus ist die Konsequenz von palästinensischer Frustration.

 Falsch: Palästinensischer Terrorismus ist das Produkt von Anstachelung, die Nachfolgegenerationen eine Kultur von Hass und Gewalt einimpft. Die größte Frustration der Terroristen ist, dass es ihnen nicht gelungen ist, Israel zu zerstören. Sie werden weiterhin frustriert sein.

* Ron Dermer ist Israels Botschafter für die USA.