Die Beduinenstadt Hura - eine Erfolgsgeschichte im Negev

Dr. Makhmud El-Nabari war 34 Jahre alt als er zum Vorsitzenden des regionalen Rates von Hura, einer Beduinenstadt mit einer Einwohnerzahl von 15.000 Menschen, in der Wüste Negev gewählt wurde.

Die Beduinenstadt Hura im Negev; Foto: Hura Local Council

Mit Abschlüssen in Chemie und Umweltstudien, sowie sechs Patenten auf seinen Namen für die Entwicklung von Behandlungen der Alzheimer Krankheit und Gehirnkrebs, wandte er sich dem Bereich der Kommunalpolitik zu.

In den letzten Wahlen wurden 52 vergleichbare Positionen neu besetzt. El-Nabari wurde in Hura erneut gewählt, zum dritten Mal in Folge.

„Es stimmt, dass ich mehr als drei Jahre bei einem erfolgreichen Pharmakonzern gearbeitet habe, aber 2004 haben mich einige Kollegen überzeugt bei den Wahlen anzutreten“, sagt Dr. El-Nabari. „Der Rat von Hura hat unter einem schlechten Management gelitten, das dem herrschenden Clan nutzte und nicht der gesamten Gemeinde. Huras Schatullen waren leer, nur 2% der städtischen Steuern wurden eingenommen. Ich wollte Veränderung bringen, aber am Anfang war ein Schock, denn ich hatte keine Erfahrung in der Politik oder im öffentlichen Sektor.“

Er versprach der ganzen Gemeinde zu dienen und muss etwas richtig gemacht haben, denn heute liegen die Raten der Abgaben für Wasser bei 96% und beiden städtischen Gebühren bei 99%, was eine der höchsten Raten in Israel ist.

Was hat er noch in den letzten 11 Jahren erreicht?

Dr. El-Nabari beschreibt: „Es ist uns gelungen, das gescheiterte Bildungssystem in ein erfolgreiches und hervorragendes zu verändern. Heute hat Hura das beste Bildungssystem im ganzen Negev mit 1.800 Schülern an weiterführenden Schulen, die in den Immatrikulationstests bessere Bewertungen erlangen als alle arabischen oder jüdischen Schulen.“ Er eröffnete eine Schule für autistische Kinder der beduinischen Gemeinde und eine Schule für besonders begabte Schüler aus der gesamten Region. Hura bietet heute Bildungsprogramme für 26 arabische Städte und mit dem nächsten Jahr werden auch Programme über die Entwicklung der Wüste und der Qualität der Umwelt für jüdische Schulen auf der Basis eines ausländischen Partnerschaftsprojektes angeboten. Er schließt ab: „Die Einschreibung von Studenten aus Hura hat sich vervierfacht und ist ein Grund des Stolzes für die gesamte Gemeinde.“

Seine Errungenschaften gehen auch in den wirtschaftlichen Bereich, wo er vier Modelle der Arbeitsvermittlung auf der Grundlage der vorhandenen menschlichen Ressourcen entwickelt hat. Eine Fabrik beschäftigt Hausfrauen, die nahrhafte Gerichte für die Schulen herstellen. Beduinische Frauen werden auch in einem speziellen Bezeq Telecom Callcenter, das in einer Moschee errichtet wurde, beschäftigt.

Trotz Konkurrenz in der Textilindustrie aus China und anderen Drittweltländern, produziert Hura nun Schuluniformen für israelische Schüler, die früher aus dem Ausland importiert wurden. Die Fabrik wird auch anfangen ins Ausland zu exportieren, nachdem dort eine Nachfrage nach dem Wegfall von Syrien als Exporteur entstanden ist.

Ebenfalls hat er eine gleichberechtigte Partnerschaft mit dem benachbarten Kibbutz Lahav gegründet, wo 200 Einwohner von Hura in landwirtschaftlicher Forschung und der Produktion von Schönheitsprodukten auf der Basis von Kamelmilch beschäftigt werden.

(MFA, 23.07.2015)