PROF. RUDOLF SARKÖZI IST VERSTORBEN

In großem Schmerz und tiefer Trauer gibt die Familie Sarközi bekannt, dass am Samstag, 12. März 2016, nachmittags, Prof. Rudolf Sarközi, Gründer des Kulturverein österreichischer Roma und Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma, nach tapfer ertragener schwerer Krankheit verstorben ist.

Er hinterlässt  seine Frau, einen Sohn und zwei Enkelkinder.

 

Rudolf Sarközi wurde am 11. November 1944 im Konzentrationslager Lackenbach geboren. Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen im Burgenland und der Auflösung des KZ-Lackenbach zog er mit seiner Mutter nach Unterschützen, jenem Ort im südlichen Burgenland aus dem seine Mutter stammt.

In Unterschützen besuchte er die 8-jährige Volksschule. Als Außenseiter der Gesellschaft ("Zigeuner") war es für ihn unmöglich einen Lehrplatz zu bekommen. Nach seinem Schulabgang blieb ihm nur die Wahl die Tätigkeit des Hilfsarbeiters auszuüben. Er arbeitete am Hoch- und Tiefbau, sowie als Monteurhelfer bei einer Wasser- und Heizungstechnikfirma.

1964 heiratete er sein Frau Helga, im selben Jahr wurde ihr gemeinsamer Sohn Andreas geboren. Die schlechte gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Lage zwang ihn mit seiner Familie seinen Heimatort zu verlassen. Da seine Frau Wienerin ist, war es naheliegend nach Wien zu ziehen.

Wien wurde zu seinem Lebensmittelpunkt. Er bekam einen Arbeitsplatz bei einer Elektro- und Blitzschutzfirma, bei der er 16 Jahre beschäftigt war. Er schaffte es vom einfachen Hilfsarbeiter bis zum technischen Angestellten, ehe diese Firma im Herbst 1980 in Konkurs ging.

Er wechselte den Beruf und wurde im Jänner 1981 bei der Gemeinde Wien MA 48 als Kraftfahrer im städtischen Fuhrpark aufgenommen. Innerbetrieblich gehörte er acht Jahre dem Dienststellenauschuß des Betriebsrates an.

1991 gründete er den Kulturverein österreichischer Roma.

Er leitete das Verfahren zur Anerkennung der Roma- und Sintigruppen als österreichische Volksgruppe ein. Mit einstimmigem Beschluss im Hauptausschuss des Nationalrates erfolgte am 16. Dezember 1993 die Anerkennung als „Volksgruppe der Roma“. Seit 1995 ist Sarközi Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma. Von seiner Tätigkeit als Kraftfahrer wurde er am 20. Juli 1997 im Interesse der Öffentlichkeit karenziert um sich voll und ganz der Volksgruppentätigkeit zu widmen. Mit 1. Dezember 2005 ist er in den Ruhestand getreten.

Ehrenamtlich übte er die Tätigkeit als Obmann des Kulturverein österreichischer Roma bis zum Schluss aus und war im Verein nahezu täglich erreichbar.

Gedenkstättenarbeit


Einen breiten Raum seiner Arbeit nahm die Errichtung und Erhaltung von Gedenkstätten und Mahnmalen im In- und Ausland ein. Ein besonderes Anliegen war die Gedenkveranstaltung beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach die gemeinsam mit der Burgenländischen Landesregierung veranstaltet wird.

Er war auch viele Jahre Kuratoriumsmitglied bei zahlreichen öffentlichen Institution tätig wie etwa Nationalfonds der Republik Österrreich, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.

Auszeichnungen

Prof. Rudolf Sarközi ist Träger zahlreicher Auszeichnungen wie dem "Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich", dem "Komturkreuz des Landes Burgenland", dem "Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien", dem "Goldenen Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich", dem "Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark". 2002 wurde ihm mit Entschließung von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil der Berufstitel "Professor" verliehen.

Sein Leitsatz:

"Es gibt keine Rassen, es gibt nur Menschen anderer Hautfarbe und anderer Nationalität.“

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