Studie aus Israel: Mehr Fälle von antisemitischen Gewalttaten
Die Zahl der antisemitischen Ausschreitungen weltweit ist 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 38% gestiegen. Dies belegt ein Bericht vom Kantor Center for the Study of Contemporary European Jewry der Universität Tel Aviv. In dieser Hinsicht war 2014 nach 2009 das zweitschlimmste Jahr im Zeitraum von 2004 bis 2014. 2014 war geprägt von einem großen Maß an Antisemitismus in Form von verbalen Äußerungen, Gewalt und visuellen Darstellungen. Diese Tendenz setzte sich auch Anfang 2015 fort.
 
Für 2014 registrierte das Kantor Center 766 gewalttätige antisemitische Akte. Diese wurden mit oder ohne Waffen, per Brandstiftung, Vandalismus oder direkten Drohungen gegenüber jüdischen Menschen oder Institutionen (Synagogen, Gemeindezentren, Schulen, Geschäfte, Friedhöfe oder Gedenkstätten) sowie gegen Privateigentum verübt. Diese 766 Fälle markieren einen drastischen Anstieg um 38% im Vergleich zu 2013, als 554 gewalttätige Taten registriert wurden.

Die Zahl der bewaffneten Angriffe auf Juden, ihren Besitz und jüdische Institutionen lag bei 68 Fällen und hat sich damit im Vergleich zu 2013 mehr als verdoppelt. Dazu kommen 101 Fälle von Gewalt, die ohne Waffen verübt wurde. Die Zahl der Brandstiftungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Außerdem gab es 412 Fälle von Vandalismus. Mehr als 306 Menschen waren Ziele von Attacken, was eine Steigerung um 66% im Vergleich zu 2013 bedeutet. Die 114 Angriffe auf Synagogen stellen eine Steigerung von 70% dar. Außerdem waren 57 Gemeindezentren, 118 Friedhöfe und Gedenkstätten sowie 171 Privatgrundstücke Ziele von Attacken.

Die höchste Anzahl von gewalttätigen Angriffen wurde in Frankreich registriert: 164 Fälle im Vergleich zu 141 in 2013. Auch in anderen Ländern gab es einen deutlichen Anstieg an antisemitischen Gewalttaten, zum Beispiel in Großbritannien (141 im Vergleich zu 95), Australien (30 im Vergleich zu 11) und Deutschland (76 im Vergleich zu 36).

(Tel Aviv University Kantor Center for the Study of Contemporary European Jewry, European Jewish Congress und Außenministerium des Staates Israel, 15.04.2015)