Ehemaliger Präsident Israels Peres und Deutschlands Außenminister Steinmeier geehrt

Im Rahmen des 78. Treffen des internationalen Verwaltungsrats der Hebräischen Universität Jerusalem wurden Israels ehemaliger Präsident Shimon Peres und Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Sonntag, den 31. Mai, geehrt. Peres erhielt den „Solomon Bublick Preis“ für seine herausragenden Beiträge zum Staat Israel, zum Streben nach Frieden sowie zu Hochschulbildung, Wissenschaft und Technologie.

Außenminister Steinmeier wurde im Amphitheater der Hebräischen Universität auf dem Mount Scopus mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Damit wurden sein Einsatz für die Weiterentwicklung der engen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, seine andauernde und lautstarke Ablehnung jeglicher Akte und Formen von Antisemitismus und seine diplomatischen Bemühungen hinsichtlich des Friedensprozesses im Nahen Osten gewürdigt.

Der deutsche Außenminister Steinmeier erinnerte daran, dass der Vater von Peres von den Nazis ermordet wurde: „Präsident Peres hat, wie so viele Israelis, Deutschland seine Hand gereicht, dem Land der Täter, und zusammen haben wir uns an den Händen gehalten über dem Abgrund der Vergangenheit und wir haben eine Brücke der Freundschaft gebaut. Diese Freundschaft ist nicht weniger als ein Wunder.“

Steinmeier sprach dann vom Wandel, der innerhalb einiger weniger Generation möglich ist, sowohl in Israel wie in Deutschland und im weiteren internationalen Kontext: „Im schönen Monat Mai vor 70 Jahren beleuchtete das Licht der Sonne das schlimmste Verbrechen in der Geschichte der Menschheit, die Shoah am jüdischen Volk.

Aber im gleichen Monat Mai, nur zwanzig Jahre später, nahm der Staat Israel diplomatische Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland auf. Und heute, im schönen Monat Mai, feiern Sie die Abschlussfeier der Doktoranden und heißen den deutschen Außenminister in Ihrer Mitte willkommen. Liebe Freunde, dies alles ist in nur drei Generation geschehen – während eines Wimpernschlag gemessen an Standards der Geschichte – in drei Generationen, die vom dunkelsten Tal der Menschheit zum strahlendsten politischen Wunder der Menschheit gegangen sind.“

Steinmeier schloss seine Rede mit folgenden Worten: „In den Geschichten aus drei Generationen fühlen wir, worum es bei diesem Wunder geht. Während es draußen noch viel Dunkelheit gibt, habe ich die Hoffnung, dass Versöhnung, Verständnis und Frieden möglich sind. Einige mögen dies naiv nennen, aber der stärkste empirische Bewies für diese Hoffnung, den die Menschheit je gesehen hat, ist das Wunder der Freundschaft zwischen Deutschland und Israel. Und vielleicht betrifft dieses Wunder nicht nur unsere beiden Länder, sondern es kann auch denen auf der Welt Hoffnung geben, die im Konflikt und in Furcht leben. Diese Freundschaft beweist, dass die harte Arbeit von drei Generationen Wunder schaffen kann. Und nun können Sie diese Arbeit tun. Die Welt braucht nämlich viele Wunder.“