Befunde der deutsch-israelischen Schulbuchkommission präsentiert

„Die Aufgabe von Schulbüchern ist es, ein Korrektiv zur öffentlichen Meinung und medialen Darstellung zu sein“, sagt Professor Wolfgang Sander, Universität Gießen, von der Arbeitsgruppe „Geschichtsschulbücher“ der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission. Allerdings: Das Bild Israels in deutschen Schulbüchern sei zumeist ausschließlich in den Kontext des Nahostkonfliktes gesetzt, zudem sei es „komplexitätsreduziert“ und massenmedial geprägt. Bilder von Israelis als Soldaten oder Orthodoxen würden emotionalisierend und oft stereotyp verwendet.

Landkarten seien ungenau oder teils falsch dargestellt. Die Geschichte Israels, die israelische Zivilgesellschaft und Facetten wie Demografie, Wirtschaft, Wissenschaft und Natur kämen kaum vor. Auch die deutsch-israelischen Beziehungen würden nicht als Chance für eine Fallstudie zur Demokratiebildung genutzt. Dies sind verkürzt die vermittelten Schlüsse des Präsentationsabends der deutsch-israelischen Schulbuchkommission (DISBK) die zusammen mit Empfehlungen am 23. Juni im Auswärtigen Amt in Berlin.

Die DISBK untersuchte zwischen 2011 und 2014 über 400 deutsche und israelische Schulbücher der Fächer Geschichte, Geographie und Sozialkunde im Hinblick auf die Darstellung des jeweils anderen Landes. Im Fokus stehen dabei die Darstellung des jeweils anderen Landes, seiner Geschichte und Gesellschaft, und die Darstellung des Holocaust und seiner Erinnerung.

Die Kommission besteht aus drei bilateralen Arbeitsgruppen für die Fächer Geschichte, Geographie und Sozialkunde. Ihnen gehören Wissenschaftler, Fachdidaktiker und Pädagogen aus beiden Ländern an. Das Projekt wird auf deutscher Seite vom Auswärtigen Amt gefördert und vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig koordiniert. Auf israelischer Seite ist das Erziehungsministerium federführend. Die Koordination obliegt dem Mofet-Institut für Forschung, Curricula und Programmentwicklung für Lehrerbildner in Tel Aviv. Mehr zur Geschichte und Aufgabe der DISBK auf der Website des Georg-Eckert-Instituts.

Nach den Grußworten von Professor Maria Böhmer, Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Auswärtigen Amt, sowie von Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel in Deutschland, und Dalia Fenig, stellvertretende Vorsitzende des Pädagogischen Sekretariats des israelischen Erziehungsministeriums, stellten Professor Simone Lässig, Direktorin des Georg-Eckert-Instituts, Dr. Michal Golan, Direktorin des Mofet-Instituts, und die wissenschaftlichen Koordinatoren Dr. Dirk Sadowski, und Dr. Arie Kizel, die Arbeit der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission vor. Anschließend wurden die Befunde und Empfehlungen der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission für Geschichts-, Geografie- und Sozialkundebücher präsentiert.

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