Grün-braune Melange in Wien
Samuel Laster
Eine antisemitische Entgleisung? Fehlende Integrationserfolge mit Folgen in Deutsch- und Rechtschreibung? Wien, Stephansplatz, Dienstag um
15 Uhr
Eine Menschenmenge von etwa 350 meist männlichen Teilnehmern, die Antisemiten der AIK (Antiimperialistische Koordination) an führender Stelle, einzelne Frauen mit
Kopftuch am Rand. Gerufene Slogans, die eher ein Fall für den Verfassungsschutz sind (etwa "Tod Israel, Tod den Juden"?) und ein klares Feindbild: Israel.
Selbstverständlich ist Demonstrationsfreiheit eines der höchsten Güter der Demokratie. Wie weit diese Freiheit ausgelegt wird in einem Staat, dessen Behörden schon mal bei Terrorgruppen Augen und Ohren zuhalten, Terrorgelderkonten freigeben, dessen höchste Repräsentanten Terrorverdächtigen schon mal die Hand drücken, die Behörden den Verdacht danach wieder lüften, ist fraglich.
Wir reden von Österreich. Es ist der Stephansplatz, der vorletzte Tag des Jahres 2008. Israel steht wieder mal am Pranger, die Integration scheint gescheitert, die
Rechtschreibung ebenso. So sieht der Mob aus, der Hass vor sich hin trägt. "Wir marschieren zur Botschaft?" sagt einer der Demonstranten.
Zu welcher? fragt unsere Korrespondentin einen Polizisten. "Zur US-Botschaft" sagt er grinsend. Österreich: Land der Täter - zukunftsreich?
*Alle Fotos: Michaela Sivich
Übrigens: Die Rechtschreibung auf den Fotos ist wirklich nicht von uns...*
"die jüdische" 30.12.2008 17:40