This is it!
Samuel Laster
Leonard Cohen konnte in Bratislava dank guter Teamleistung überzeugen
Knapp nach 20 Uhr kommt ein Mann mit Hut auf die Bühne. Drei Backgrundsängerinnen, sechs Musiker, aufmerksames klatschfreudiges Publikum. 41 Jahre nach der Niederschlagung Des Prager Frühlings- pardon, 41 Jahre und sieben Tage -- hat die Musik nichts von ihrer Kraft verloren- Leonard Cohen ist aktuell und prägend wie eh und je.
Der junge Poet trieb sich wohl anno 1968 mit Janis Joplin im "Chelsea Hotel" herum. Stacheldraht und Unterdrückung war damals, grenzenloses Europa mit Euro und Schengen ist heute. Wien verbindet mit Bratislava Geschichte, Tradition und ein "Twin City Liner" -- in 75 Minuten entlang der Donau.
"Dance me to the end of love" eröffnet den Abend. Cohen geht keine Experimente ein, setzt auf seine "Greatest Hits". Das Publikum nimmt es dankbar auf. "I didn't come to fool you Bartislava" in "Halleluya", eine sehr dichte atmosphärisch schlüssige Interpretation vom "Partizan", stimmlich wie körperlich voll disponierte Backgrundsängerinnen und ein Musikteppich der Extraklasse. Es ist ein gutes Team um Leonard Cohen, das die Musik des 74-jährigen trägt.
Cohen erweist seinen Musikern mehrmals am Abend absolute Reverenz. Stellt sich als Teamspieler dar, sehr bescheiden- ziemlich verbindlich. Die Zugaben- eröffnet mit "Famous Blue Raincoat" --enden mit einer Art kollektiven Andacht.
Auf den T-Shirts der Merchandising Verkäuferinnen steht "Beautiful Losers" als Verweis auf des Dichters erster Novelle . Leonard Cohen hat das geschafft, was Michael Jackson nicht vergönnt war- in Würde alt zu werden.
Ein Hauch von Abschied und Wehmut lag in der Luft, als nach etwa zwei Stunden und 45 Minuten Konzert im Incheba Expo Center Bratislava die Verstärker ausgestöpselt wurden. Einige Israeli waren auch schon da, versprachen am 24.September in Ramat Gan wiederzukommen.
This ist it - das wars - das isses - das wird's sein.
"die jüdische" 01.09.2009 17:20